LeseTipp: Anja MARSCHALL, Tod am Nord-Ostsee-Kanal.

Hamburg/Nord-Ostsee-Kanal/Historischer Krimi/

 Anja MARSCHALL: Tod am Nord-Ostsee-Kanal. Anja MARSCHALL: Tod am Nord-Ostsee-Kanal.
272 S., ISBN: 978-3-95451-978-1
Hauke Sötje 1
Köln: Emons, 2016

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Die Entstehung der Kriminalpolizei und die größte Baustelle des Reiches.
Hauke Sötje ist Kriminalhilfssergeant in Kiel. Bei einer Arbeiterdemonstration wird der Redner vor den Augen Sötjes erschossen, aber er kann ihn trotz Verfolgung nicht fassen.
Sötje war eigentlich Kapitän. Aber er hat die Seefahrt aufgegeben, weil er den Tod von 23 seiner Männer bei einem Sturm nicht verhindern konnte. Jetzt hofft er auf eine Festanstellung bei der neuen Kriminalpolizei. Aber er ist seinem Vorgesetzten nicht gehorsam genug. Und seine vergebliche Mörderjagd erhöht seine Reputation auch nicht.
Doch statt einer Entlassung wird Sötje befristet zum Kommissar befördert und nach Brundbüttel entsandt. Dort gab es auf der Baustelle des Nord-Ostsee-Kanals einen tödlichen Unfall, den er nun untersuchen soll.
Schon bald stellt Sötje fest, daß der Tod von Ingenieur Strasser kein Unfall war. Er scheint in eine dunkle Angelegenheit verwickelt gewesen zu sein. Und als Sötje auch den Sozialisten-Mörder aus Kiel entdeckt, ist ihm klar, daß es hier um ein höheres Ziel geht: Kaiser Wilhelm II. soll den Kanal eröffnen.
Fazit: Auch wenn sie sich nicht zu tief in historische Details verliert, bietet Anja MARSCHALL ein stimmiges Bild von der größten Baustelle des Deutschen Reichs am Ende des 19. Jahrhunderts. Strenge Hierarchien, Ausbeutung der Arbeiter und ihre ersten Widerstände. Die Figuren sind etwas stereotyp gezeichnet, der Spannungsbogen bleibt flach, manche Szenen wirken historisch fraglich. Einfache Unterhaltung.

Eine Brise kam vom Fluss herüber und wehte den Duft des Meeres in das Zimmer. Hauke schloss die Augen. Er sog den Hauch von Tang und salzigen Wogen tief in sich hinein. Erinnerungen exotischer Küstenlinien und ferner Häfen huschten an seinem inneren Auge vorbei. Er schmeckte das Salz in der Luft. Lachende Gesichter tauchten vor ihm auf, von Männern, die er einmal gekannt hatte und die seinetwegen nun tot waren. Schnell öffnete er die Augen.

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