Weihnachtskerzen

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: John STEINBECK, Die Straße der Ölsardinen.

USA/Kalifornien/John Steinbeck/Roman/

 John STEINBECK: Die Straße der Ölsardinen. John STEINBECK: Die Straße der Ölsardinen.
(Cannery Row., 1945)
151 S., ISBN: 978-3-423-10625-2
dtv 10625
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2015

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Gelegenheitsarbeiter, Taugenichtse, Dirnen und Sonderlinge.
Sie bilden den Microkosmos in der Straße der Fischfabriken in Monterey, einer Kleinstadt an der Westküste Kaliforniens. Da sind Mack und seine vier Kumpane, die in einer Lagerhalle für Fischmehl ("Palace Hotel and Grillroom") wohnen und nur im äußersten Notfall in den Sardinenfabriken arbeiten. Da ist Doc, Eigentümer und Direktor des Western Biological, der Meeresgetier sammelt, präpariert und katalogisiert. Da ist Lee Chong, Eigentümer des Kramerladens, wo man alles bekommt - von Nahrung bis zum Anglerzeug, und bei dem die meisten anderen in Schuld stehen. Da ist Dora Flood, Chefin des Restaurants "Flotte Flagge", ein ehrenwerter und anständiger Hurentempel mit einer Grundbesatzung von 12 Mädchen. Für sie alle ist Platz in dieser Straße, sie schlagen sich durchs Leben und helfen einander. Doc ist hoch angesehen, zu seinen Ehren wird ein Fest geplant, dessen Durchführung alllerdings entgleitet. Aber auch das ist verkraftbar.
Fazit: John Steinbeck beschreibt hier mit Sympathie Menschen und ihre Lebenswelt, von denen man eigentlich nichts wissen will und die man schnell abschiebt. Es sind soziale Außenseiter, aber auf ihre Art ehrlich, anständig und liebenswert. Um sie und Ihr Leben geht es, und die Fabriken der Ölsardinen sind nur der Hintergrund.

Er drehte sich auf die Seite, stützte sich auf den Ellenbogen und sah zum zerbrochenen Fenster hinaus. Cannery Row lag friedlich in der Sonne. Die Wohnkesseltür war offen, der Palace-Eingang geschlossen. Zwischen dem Unkraut des leeren Platzes schlief ein Mann friedlich. Die Flotte Flagge war zu. Doc stand auf. Auf dem Weg zur Toilette zündete er in der Küche den Gasboiler an.
Er saß auf dem Bettrand, zog die Strümpfe über die Zehen und hörte, während sein Blick auf dem Trümmerwerk ruhte, von der Oberstadt her das Geläute der Kirchenglocken.

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