LeseTipp: Andrea CAMILLERI, Der geraubte Himmel.

Sizilien/Krimi/

 Andrea CAMILLERI: Der geraubte Himmel. Andrea CAMILLERI: Der geraubte Himmel.
(Il cielo rubato., 2009)
112 S., ISBN: 978-3-8031-1271-2
Salto 172
Berlin: Klaus Wagenbach, 2011

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

War Renoir in Agrigento?
Der verwittwete ältere Notar Michele Riotta hat in seiner Jugend ein Buch über den den impressionistischen Maler Auguste Renoir geschrieben, das jedoch praktisch keine Beachtung fand. Darin weist er auf ein unbekanntes Werk des Malers hin, das sich in einer kalabresischen Dorfkirche befindet und von der Kunstwelt nie entdeckt wurde. Und er merkt an, daß Renoir auch in Agrigento gewesen und ein Bild - wie von all seinen Aufenthaltsorten - gemalt haben könnte. Davon gäbe es jedoch keine Spur.
Eine geheimnisvolle junge Frau nimmt das Buch zum Anlaß für einen Briefwechsel mit Riotta, mit dem sie weitere Informationen über den möglichen Aufenthalt und das geheimnisvolle Bild erhalten will. Denn Riotta scheint mehr zu wissen, und da er sich unsterblich in die junge Frau verliebt, kann sie ihm diese Informationen nach und nach entlocken. Aber was bezweckt sie?
Fazit: Andrea Camilleri legt hier, abseits von Montalbano, einen wunderbaren kleinen Briefroman vor, der eine überraschende Wendung zum Krimi nimmt. Man spürt förmlich, wie die Unbekannte die Lust des alten Mannes entfacht, wie er aufblüht - und wie alles zusammenfällt.

Neben dem Haus befindet sich ein Gehege mit vielen Hühnern, das mit einer Regenplane abgedeckt ist. Der Bauer öffnet es und geht hinein, der Mann folgt ihm und stellt fest, dass der Hühnerstall zwar mit der Plane abgedeckt ist, unter ihr aber auch die vier Bilder von Renoir stecken! Er täuscht einen Schwindelanfall vor, vielleicht wird ihm auch wirklich schwindlig, und stürzt in die Hühnerkacke, aber das stört ihn nicht, der Bauer rennt ins Haus, um ein Glas Wasser zu holen.
Jetzt sieht der Mann die Bilder richtig.
Drei sind sogar signiert.
Sie stellen nichts dar.
Keine Figur, keine Landschaft, einfach nichts.
Nur das Blau des Himmels von Girgenti [Agrigento].

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