Weihnachtskerzen

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: Arnaldur INDRIÐASON, Schattenwege.

Island/Krimi/

 Arnaldur INDRIÐASON: Schattenwege. Arnaldur INDRIÐASON: Schattenwege.
(Skuggasund., 2013)
427 S., ISBN: 978-3-431-03928-3
Bergisch-Gladbach: Lübbe, 2015

Bewertung
Bewertung: 5 Sterne

Rezension

Ein alter Mann stirbt im Bett.
Das ist etwas, was man durchaus als "schönen" Tod bezeichnen könnte - allerdings wurde er erstickt. Und auf seinem Schreibtisch liegen Zeitungsausschnitte über einen Mord an einem jungen Mädchen, das 1944 beim Nationaltheater gefunden worden war.
Konráð, ein pensionierter Polizist, ist neugierig und will der Sache nachgehen. Er findet heraus, daß der alte Mann - ein Kanadier mit isländischen Wurzeln - während des Krieges und der Besetzung Islands bei der US-Militärpolizei war. Gemeinsam mit Flóvent. einem der ersten isländischen Kriminalbeamten, war er mit der Aufklärung des Falls betraut. Allerdings kann Konráð keinen Hinweis darauf finden, ob der Mord jemals aufgeklärt wurde. Hat etwa der alte Mann eine neue Spur entdeckt?
Fazit: Arnaldur Indriðason verwebt hier geschickt zwei Zeitebenen. Zum einen die Gegenwart, zum anderen Island zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, als es von amerikanischen Truppen besetzt war und die Invasion bevorstand. Er zeigt den rasanten gesellschaftlichen Wandel von einem armen Bauernland zu einer Dienstleistungsgesellschaft auf. Reykjavík wurde zu einer Stadt, in deren Sog immer mehr Landbewohner gerieten. Die amerikanischen Soldaten überrollten diese Gesellschaft und versprachen den isländischen Frauen und Mädchen eine bessere Zukunft, was natürlich zu Anfeindungen führte und der "Zustand" genannt wurde. Die alte Bauernkultur wurde zur Vergangenheit, die Frauen erkämpften sich Unabhängigkeit - was nicht allen gefiel.
Aber im Prinzip geht es um isländische Verhältnisse, um die Macht der Männer über die Frauen, um Vergewaltigung. Das war nicht das Terrain der Soldaten. Und wie in vielen seiner Romane zeigt Indriðason auch hier, wie die Handlungen in der Vergangenheit in die Gegenwart durchschlagen, wie man sie niemals einfach abhaken kann. Vom Vater auf den Sohn auf den Enkel, hier gibt es kein Entkommen. Eines von Indriðasons stärksten Büchern!

In einer tiefen Lavaspalte fernab befahrener Wege herrschen ewige Dunkelheit und Kälte, und das schwere Dröhnen des Wasserfalls ist dort nicht mehr zu hören. Die Spalte verengt sich mit zunehmender Tiefe, und die rauen Felswände sind schroff und gefährlich. In diese Tiefe trauen sich weder Fuchs noch Rabe. An den Felsen wachsen Moose, und tiefer unten treten sickernde Quellwasser aus und verwandeln die Spalte in ein schönes Märchenschloss, wenn sich die Felswände bei starkem Frost mit dickem Eis überziehen. Am Grund der Spalte herrscht kaltes Schweigen, weder Wind noch Vogellaute können es durchdringen, und es gewährt der unseligen Elfentochter, die in diesem Schloss zu Gast ist, den ewigen Schlaf.

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