LeseTipp: Marco MALVALDI, Toskanische Verhältnisse.

Toskana/Roman/

 Marco MALVALDI: Toskanische Verhältnisse. Marco MALVALDI: Toskanische Verhältnisse.   Neu 
(Milioni di milioni., 2012)
206 S., ISBN: 978-3-86612-365-6
München-Zürich: Pendo, 2013

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Ein Dorf in der Toskana.
Montesodi Maritimo ist ein von der Welt vergessenes kleines Dorf in der Toskana, in dem mehr Hühner als Menschen leben. Am Ende einer schlecht befahrbaren Straße gelegen, heiraten die Bewohner seit Jahrhunderten untereinander. Und sie gelten als außergewöhnlich kräftig.
Das regt das Interesse der Wissenschaft an, und so fahren der Arzt Piergiorgio Pazzi und die Ethnologin Margherita Castelli in das Dorf, um mit genetischen Studien die Ursache für diese Kräfte zu finden.
Es ist Winter, und eines Abends setzt starker Schneefall ein. Nach einigen Stunden ist das Dorf vollkommen eingeschneit und von der Umwelt abgeschnitten. Und in eben dieser Nacht wird die Quartiergeberin von Pazzi ermordet. Im Gegensatz zum Dorfarzt ist ihm sofort aufgefallen, daß die Frau nicht einfach an ihrer Herzschwäche gestorben ist. Da in dieser Nacht niemand das Dorf erreichen oder verlassen konnte, muß sich der Mörder/die Mörderin noch immer unter ihnen befinden, ein Mitglied der ehrenwerten Dorfgemeinschaft. Doch alle außer Pazzi waren mit anderen Bewohnern zusammen und haben somit ein Alibi. Der örtliche Carabinieri verdächtigt daher Pazzi, was allerdings völlig unsinnig ist, denn ohne ihn wäre der Mord nicht als solcher erkannt worden. Pazzi und seine Kollegin Castelli, die beiden Außenseiter, machen sich also darin, den Mord aufzuklären. Und sie stoßen, wie in so kleinen Dörfern üblich, auf die unschönen Flecken hinter der schönnen Fassade.
Fazit: Marco Malvaldi bietet einen gekonnten und amüsanten Blick auf das Leben in kleinen toskanischen Dörfern, mit ihrem Klatsch, ihren Ritualen, ihren verborgenen Fehltritten. Eigentlich sehr banale Wünsche und Träume können zum Auslöser des Verbrechens werden. Ein Gesellschaftsroman in der Gestalt eines Krimis.

Piergiorgio ließ seinen Blick, anstatt ihr auf den Hintern zu schauen, über die Piazza delle Vettovaglie schweifen und genoss das Durcheinander, das dort herrschte. Buntes Volk, gerade aus der Arbeit kommend (viele), gerade am Arbeitsplatz eintreffend (nicht wenige, und das betraf keineswegs nur die Kellner) oder aber Trost suchend am Ende eines weiteren Tages ohne Arbeit (immer mehr); am Ende des Tages kam man zusammen, um einen Aperitif zu trinken.

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