LeseTipp: Yrsa SIGURÐARDÓTTIR, Nebelmord.

Island/Thriller/

 Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: Nebelmord. Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: Nebelmord.
(Lygi., 2013)
391 S., ISBN: 978-3-596-03065-1
TB 03065
Frankfurt: Fischer TB-Verlag, 2014

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Drei Orte, drei Schicksale.
Ein Technikerteam - zwei Männer und eine Frau - und ein Fotograf werden auf der winzigen Schäre vor Islands Küste abgesetzt, um den Leuchtturm zu reparieren. Sie sollen am nächsten Tag wieder abgeholt werden, aber der Hubschrauber geht kaputt und die Abholung muß verschoben werden. In der ersten Nacht verschwindet einer der Männer und wird am Fuß des Felsens treibend gefunden. Unfall oder Mord?
Der Mann der Polizistin Nína liegt im Koma, nachdem er in der Garage erhängt gefunden worden war. Nína will herausfinden, warum er sich getötet hat. Sie erhält den Auftrag, ein altes Archiv zu durchforsten, und stößt auf einen Fall von Selbsttötung, in den ihr Mann als Kind involviert war. Sie erfährt, daß sie in derselben Wohnung wohnt wie das damalige Opfer, und daß dieser in derselben Garage zu Tode kam. Selbsttötung oder Mord?
Eine Familie kommt vom Amerikaurlaub zurück. Sie hatten mit Amerikanern einen Haustausch gemacht. Doch nun fehlen einige Gegenstände aus ihrer Wohnung, während die Amerikaner andere zurückgelassen haben. Aber sie reagieren nicht auf die Mails, die der Mann ihnen schickt. Gleichzeitig hat der den Eindruck, daß sich im Garten jemand herumtreibt und sie beobachtet.
Während die eskalierende Situation auf der Leuchtturminsel durchaus einem rationalen Erklärungsmuster folgt, hat man bei der Familie das starke diffuse Gefühl der Bedrohung, des Geheimnisvollen, das plötzlich hereinbricht. Die Polizisten Nína erkennt schließlich den Zusammenhang zwischen den Ereignissen - aber zu spät. Und am Ende nimmt die Auflösung eine völlig unerwartete Wendung.
Fazit: Yrsa Sigurðardóttir legt einen ebenso spannenden wie beklemmenden Thriller vor. Sie hat ja schon in ihren letzten Romanen ein Faible für das Übernatürliche, für die nicht fassbaren Bedrohungen entwickelt. Der in den dunklen Ecken lauernde Schrecken wird richtig fühlbar.

Der schwache, süßliche Geruch eines billigen Rasierwassers hing in der Luft. Es war jemand im Haus. Aber wer? Derjenige, der diese verdammten Briefe geschickt hatte? [...]
Nói lauschte, konnte aber nichts ungewöhnliches hören. Der Kühlschrank gab sein vertrautes Brummen von sich, und die Wanduhr tickte leise klackend.
Sonst war alles still.

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