LeseTipp: Andrea CAMILLERI, Das Spiel des Poeten.

Montalbano/Sizilien/Krimi/

 Andrea CAMILLERI: Das Spiel des Poeten. Commissario Montalbano liest zwischen den Zeilen. Andrea CAMILLERI: Das Spiel des Poeten. Commissario Montalbano liest zwischen den Zeilen.
(La caccia al tesoro., 2010)
256 S., ISBN: 978-3-7857-2535-1
Commissario Montalbano 16
Köln: Bastei-Lübbe, 2015

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Montalbanos Schatzsuche.
Commissario Montalbano langweilt sich. Es passiert einfach nichts in Vigàta, und seine einzige Tätigkeit ist, Akten zu bearbeiten. Da kommt ihm die Aufforderung eines Unbekannten, bei einer Art Schatzsuche mitzuspielen, gerade recht. Auch wenn es bald nach einem Intelligenzduell aussieht.
Dann scheint es doch einen Mordfall zu geben, eine Frauenleiche in einem Müllcontainer. Aber das ist nur eine Gummipuppe - allerdings das exate Duplikat einer Puppe, die im Bett eines verwirrten alten Mannes gefunden worden war. Und langsam verdichtet sich bei Montalbano der Verdacht, daß es hier einen Zusammenhang gibt.
Fazit: Die Serie um Commissario Montalbano von Andrea Camilleri wirkt immer wie die leichte Verschiebung bekannter Versatzstücke: das übliche Personal, die eigenartige Fernbeziehung mit Livia, Essen als wesentlicher Lebensinhalt, die Probleme mit dem Questore. Diesmal ist das alles etwas straffer organisiert, wird oft nur angerissen und wenig ausgespielt. Man merkt, wie sehr die Serie Schreibroutine geworden ist, von der Camilleri Einnahmen bezieht und die ihm seine politisch-historischen Romane ermöglicht.

Montalbano, dem schon seit zwölf Uhr der Magen knurrte, erkannte, dass er vor einem Problem stand. Den lieben langen Tag nur im Büro herumzusitzen und die Hände in den Schoß zu legen, im Jahrgang 1920 der Domenica del Corriere zu blättern, den er an einem Bücherstand erworben hatte, oder einfach nur an die Wand zu starren - etwas zwischen meditativer Yogaübung und Katatonie -, ließ ihn in depressive Schwermut versinken. Und um diese Depression zu bekämpfen, entwickelte sein Körper instinktiv einen Bärenhunger, dem er sich in keiner Weise zu widersetzen vermochte.
Mit der Folge, dass er an diesem Morgen seinen Gürtel um ein Loch hatte weiter stellen müssen, ein Zeichen, dass sein Bauchumfang in besorgniserregender Weise zugenommen hatte.

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