LeseTipp: Andrea CAMILLERI, Die Revolution des Mondes.

Sizilien/Palermo/Biografischer Roman/

 Andrea CAMILLERI: Die Revolution des Mondes. Andrea CAMILLERI: Die Revolution des Mondes.
(La rivoluzione della luna., 2014)
281 S, ISBN: 978-3-312-00602-1
München: Nagel & Kimche, 2014

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Vizekönigin für 27 Tage.
Donna Eleonora di Mora ist eine historische Figur. Als ihr Gatte, der Vizekönig Don Angel de Guzmán 1677 in Palermo starb, wird sie aufgrund seines Testaments zur Vizekönigin. Bis zur Ankunft von Kardinal Portocarrero, dem neuen Vizekönig, wird Sizilien von einer Frau regiert.
Historisch ist über Donna Eleonora nur wenig bekannt. Auf ihr Konto geht die Senkung des Brotpreises und die Einführung einer Gewerbeverwaltung, die die 72 Zünfte Palermos vereinigte. Für die Frauen traf sie einige Maßnahmen: die Wiedereröffnung der Asyle für die vom Laster bedrohten Jungfrauen und für ältere Dirnen, die Einrichtung des Asyls für reuige Magdalenen und die Einrichtung der sogenannten Königlichen Mitgift.
Andrea Camilleri legt keine Biografie vor, sondern zeichnet in dem historischen Roman ein lebhaftes Bild dieser bemerkenswerten Frau. Er beschreibt ihren Kampf mit dem Heiligen Königlichen Rat und besonders mit dem Bischof von Palermo, den sie aus diesem Rat ausgeschlossen hatte.
Trotz ihrer Erfolge mußte sie der spanische König schließlich auf Betreiben des Bischofs und des Pabstes absetzen: als Frau konnte sie nicht die Autorität eines geborenen päbstlichen Legaten erhalten, die untrennbar mit dem Vizekönig verbunden war.
Fazit: Ein gut lesbarer historischer Roman über Donna Eleonora di Mora, eine höchst interessante historische Persönlichkeit. Als einzige Frau war sie für kurze Zeit spanischer Vizekönig in Sizilien. Nur die Strukturen und Prozesse der Macht sind etwas zu simpel dargestellt.

Sollte seine Majestät, der König, die Amtshandlungen der Vizekönigin widerrufen, könnte dies als widerrechtliche Einmischung der Kirche in die Angelegenheiten der Krone gewertet werden. Deshalb, lieber Pabst, was geschehen ist, ist geschehen, es gibt kein Zurück.
Sollte der Pabst diese Bedingungen akzeptieren, gut so. Falls nicht, werde die Vizekönigin nicht zurückbeordert werden.
Die Entscheidung liege bei ihm.
Bis dahin knie er in Erwartung einer baldigen Antwort als ergebener Sohn und untertänigst nieder.

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