LeseTipp: Andrea CAMILLERI, Der Tanz der Möwe.

Montalbano/Sizilien/

 Andrea CAMILLERI: Der Tanz der Möwe. Commissario Montalbano erblickt die Wahrheit am Horizont. Andrea CAMILLERI: Der Tanz der Möwe. Commissario Montalbano erblickt die Wahrheit am Horizont.
(La danza del gabbiano., 2009)
268 S, ISBN: 978-3-7857-2499-6
Commissario Montalbano 15
Köln: Lübbe, 2014

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Commissario Montalbano beobachtet eine Möve, die kurz vor ihrem Tod einen Tanz aufzuführen scheint.
Eigentlich will er ein paar Tage mit seiner Freundin Livia durch Sizilien reisen, aber da verschwindet sein Mitarbeiter Fazio. Montalbano vergisst Livia, denn ein flüchtiger Verbrecher weist ihn auf eine Spur hin. Tatsächlich finden sie Fazio, der sich zunächst an nichts erinnern kann, und zwei weitere Leichen. Und bald schon steckt Montalbano bis über die Ohren in einem Sumpf aus Schmuggel, Mafia und Politikern. Und in einer Spiralle der Gewalt, die ihm zu viel zu werden droht.
Fazit: Wenn man die Serie um Commissario Montalbano quasi von hinten, also vom neuesten Fall her zu lesen beginnt, fehlt einem natürlich viel an Vorwissen. Denn der Roman ist nicht ganz in sich geschlossen. Camilleri legt einen routiniert geschriebenen neuen Fall seines Serien-Protagonisten vor, ein sizilianisches Amalgam, gut zu lesen, aber leider nur durchschnittlich spannend. Und vergleicht man ihn mit den ersten Montalbano-Krimis, merkt man, der Autor und sein Kommíssar sind müde geworden.

Es war ein chiarchiaro, ein verfluchter, unfruchtbarer Ort, den zu betreten gefährlich war, weil man urplötzlich in eine der zahlreichen Felsspalten rutschen konnte, die sich im Erdinnern zu tiefen Schluchten erweiterten. Montalbano wusste, dass die chiarchiari Friedhöfe mit den Gebeinen Namenloser waren und gern von der Mafia benutzt wurden, um jemanden verschwinden zu lassen. Sie stellten ihr Opfer an den Rand einer solchen Felsspalte, erschossen es und ließen es rückwärts hineinfallen. Oder sie sparten sich die Kugel und warfen ihr Opfer lebend in die steinige Schlucht. Wenn es beim Sturz in die Tiefe nicht starb, konnte es schreien, solange es wollte, niemand würde es hören. Das Opfer verhungerte oder verdurstete, ein langsamer, qualvoller Tod.

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