LeseTipp: Michele GIUTTARI, Die Loge der Unschuldigen.

Toskana/Florenz/Krimi/

 Michele GIUTTARI: Die Loge der Unschuldigen. Michele GIUTTARI: Die Loge der Unschuldigen.
(La loggia degli innocenti., 2005)
443 S., ISBN:
Commissario Ferrara 2
Köln: Lübbe, 2007

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Sizilianische Freundschaft.
Eine Drogentote mehr, denkt sich Commissario Ferrara zunächst, als er die Meldung liest. Ein junges Mädchen, zwischen 13 und 16 Jahren alt, wurde am Rande von Florenz gefunden und starb bald darauf im Krankenhaus. Wahrscheinlich an einer Überdosis Heroin.
Aber irgendein Detail bringt ihn doch dazu, der Sache nachzugehen. Die Obduktion ergibt, daß das Mädchen vor seinem Tod mehrfach mißbraucht wurde. Es gibt Gerüchte von Vergewaltigungsparties in Florenz. War sie ein Opfer einer solchen Veranstaltung?
Während sich Ferrara mit dem Fall befasst, verschwindet sein bester Freund Massimo, mit dem er eigentlich für das Wochenende verabredet war. Im Haus seiner Freundin wird deren Ehemann ermordet aufgefunden, und die Carabinieri verdächtigen das Liebespaar. Wegen der üblichen Kompetenzstreitigkeiten bekommt Ferrara keine Informationen und beschließt, Urlaub zu nehmen und auf eigene Faust zu ermitteln. Die Marmorsteinbrüche von Carrara scheinen eine Rolle zu spielen. Eine lokale Journalistin, die hier recherchiert hat, wird ermordet aufgefunden.
Fazit: Es ist eine zu umfangreiche Mischung aus den italienischen Bedrohlichkeiten, die Michele Giuttari hier vorlegt: Pädophile, Freimaurer, Drogenhandel, sizilianische Mafia, Albanerbanden. Wie der Commissario verliert auch der Leser den Überblick, ob und wie die Fälle zusammenhängen. Und es endet alles etwas zu glatt. So, als wollte der Autor, selbst Leiter der Kriminalpolizei in Florenz, seine italienischen/toskanischen Leser beruhigen und ihnen zeigen, daß der Staat sehr wohl gegen das organisierte Verbrechen vorgehen kann und will. Und auch die "feinen" Mitglieder der Gesellschaft nicht ungeschoren davonkommen lässt. Na ja... Nur die Freundschaft zwischen Sizilianern ist unverbrüchlich.

In jedem Fall sind es Gegenstände, die Melancholie auslösen. Doch nicht das war es, was den Commissario bewegte, als er sich bückte, um dieses armselige Schmuckstück von einem Marktstand aufzuheben. Nein, es war die Vorstellung von der kleinen Hand, die sich ausstreckte, um ihn unter vielen anderen auszusuchen, von dem Märchenschloss aus kindlichen Träumen, das die Kleine im Kopf hatte, als sie sich den Ring über den Finger streifte.

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