LeseTipp: Yrsa SIGURÐARDÓTTIR, Todesschiff.

Island/Krimi/

 Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: Todesschiff. Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: Todesschiff.
(Daudafar., 2011)
400 S, ISBN: 978-3-596-19493-3
TB 19493
Frankfurt: Fischer TB-Verlag, 2012

Bewertung
Bewertung: 5 Sterne

Rezension

Die Anwältin Dóra Guðmundsdóttir ist wieder in Aktion.
Im Hafen von Reykjavík prallt eine Yacht gegen die Anlegestelle. Das Schiff ist führerlos, niemand befindet sich an Bord. Wo ist die Besatzung und die mitreisende Familie auf dem Weg von Lissabon nach Reykjavík verloren gegangen? Es befinden sich auch keine Handys und Fotoaparate an Bord. Die Funkanlage hat nicht funktioniert, nur einmal gab es einen kurzen Kontakt mit einem englischen Schiff. In dem schwer verständlichen Gespräch ist von einer Toten in der Tiefkühltruhe die Rede.
Dóra wird mit dem Fall befasst, weil sich die Eltern des mitgereisten Paares an sie wenden. Sie brauchen Unterstützung bei der Abwicklung der Lebensversicherung. Das Geld benötigen sie, um die verbliebene Enkeltochter aufziehen zu können.
Yrsa Sigurðardóttir legt den Roman sehr geschickt und spannend an. Während in Island gerätselt wird und kleine Mosaiksteine zusammengesetzt werden, begleiten wir die Yacht auf ihrer Fahrt und erleben die Ereignisse an Bord - und sind damit Dóra immer ein kleines Stück voraus. Das Personal der Anwaltskanzlei sowie Dóras Freund Matthias und ihre Familie bleiben mehr im Hintergrund.
Fazit: Zunächst hat man das Gefühl, Yrsa Sigurðardóttir würde die im Vorgängerroman Geisterfjord begonnene mystische Linie mit unerklärlichen Ereignissen fortsetzen. Aber die Geheimnisse erklären sich im Lauf des Buches, nichts Unverständliches oder Mystisches bleibt zurück - nur Spannung bis zuletzt.

Als er sich umschaute, wurde ihm klar, dass die Nacht noch lange nicht vorbei war. Er legte die Hände in den Schoß und sah nichts als kohlrabenschwarze Dunkelheit. Keine Sterne am Himmel. der Mond hinter den Wolken. Die Dunkelheit in der Stadt war nichts im Vergleich zu dieser hier, mitten auf dem Meer, wo alles tiefschwarz, undurchdringlich und unerbittlich war. Er hatte das Gefühl, nach ihr greifen zu können: Wenn er die Hand nur weit genug über die Reling streckte, würde er sie spüren - schleimig, weich und eiskalt wie Tang. Er stand auf und trat unter die Lampe in der Mitte der Kommandobrücke. In seinen Ohren klang noch immer die Stimme aus dem Funkgerät.

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