Weihnachtskerzen

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: Steinunn SIGURDARDÓTTIR, Der Zeitdieb.

Island/Roman/

 Steinunn SIGURDARDÓTTIR: Der Zeitdieb. Steinunn SIGURDARDÓTTIR: Der Zeitdieb.
(Tímaðjórfurinn., 1987)
192 S S., ISBN: 978-3-499-23261-9
rororo 23261
Reinbeck: Rowohlt TB-Verlag, 2003

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Nur Frauen können so umfassend lieben:
Alda, 37-jährige Lehrerin aus wohlhabender Familie, hat ihr Leben fest im Griff. Sie ist den feinen Dingen des Lebens zugetan, genußfähig und zu kurzen Beziehungen bereit. Aber sie will sich nicht binden.
Aber dann trifft sie auf die Liebe ihres Lebens, die erste wirkliche Liebe: Anton, der neue Geschichtslehrer, wird ihr "Geschichtsteddy" mit den eisblauen Augen. Aber er ist verheiratet, und nach 100 Tage heimlichen Liebesrausch entscheidet er sich für ein anderes Leben, für seine Frau. Er läßt Alda fallen. Er wird Politiker werden, später Kulturminister.
Alda aber erholt sich nie mehr von diesem Verlust, dieser Zurückweisung. Anton bleibt der Mittelpunkt ihres Lebens, ihr unerfüllter Lebenstraum, ihre einzige Liebe. Sie gibt ihren Beruf auf, reist ruhelos durch die Welt, kauft sich einen großen Stoffteddy, der ihr Anton ersetzen soll. Sie verwelkt, wird alt. Da ist nichts mehr, ihr Leben hat aus diesen 100 Tagen der Liebe bestanden, den Rest der Zeit hat er ihr gestohlen.
Das Buch ist nicht leicht zu lesen, die Erzählung verliert sich in Satzfetzen, oft ist nicht klar, ob die Ereignisse real sind oder nur geträumt oder gewünscht.
Fazit: ein ungemein und tief berührendes Buch über eine verlorene Liebe.

Ich wollte, du wärest hier bei mir. Du bräuchtest nichts zu sagen, aber wenn du mich nur für einen Augenblick unter dem Oberbett umarmen würdest, damit ich die Bärenwärme spürte, und wenn dein Atem so süß duftete wie einst, dann würdest du mich unendlich glücklich dorthin geleiten, wo ich bereits seit langem zu Hause bin. ...
Bevor wir endgültig gingen, kam er doch zu mir, genau wie wir vorausgesagt hatten, daß er kommen würde, und er umarmte uns unter dem Bett und wärmte uns mit seinem Pelz, und mit der freien Pranke strich er uns über die Schläfe, und ihm entströmte wirklich ein süßer Geruch, als er sich näherte.

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