LeseTipp: Stella BLÓMKVIST, Mord in Thingvellir.

Island/Krimi/

 Stella BLÓMKVIST: Mord in Thingvellir. Stella BLÓMKVIST: Mord in Thingvellir.
(Mordid i Drekkingarhyl., 2005)
345 S, ISBN: 978-3-442-73663-8
TB 73663
München: btb Verlag, 2007

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Natürlich hat es eine zusätzliche Bedeutung, wenn im Sündenpfuhl von Thingvellir eine Frau ertränkt wird. Denn an dieser historischen Versammlungsstätte des isländischen Parlaments wurde an den zum Tode verurteilten Frauen so das Urteil vollzogen: Ertränken im Sündenpfuhl. Und noch dazu ist die Ertränkte eine junge Kurdin und war schwanger. Was liegt also näher, als hier einen Ehrenmord anzunehmen.
Natürlich wird sofort der Vater verdächtigt, und der Bezirksamtmann von Selfoss, in dessen Zuständigkeit die Tat fällt, scheut sich nicht, entsprechende Andeutungen an die Presse durchsickern zu lassen.
Árni Geir, Arbeitgeber von Múhammed Grebase, dem Vater der Ermordeten, hat Stella mit der Verteidigung betraut. Sie ist bald davon überzeugt, daß Múhammed unschuldig ist, kommt aber auch nicht gegen die Vorverurteilung und den Bezirksamtmann an.
Dann stirbt ihr Vater, vor dem sie mit 17 nach Reykjavík geflohen war. Sie muß sich um das Begräbnis und den Verkauf des Sommerhotels kümmern und findet beim Sichten des Nachlasses ein Foto, das zwei hochgestellte Personen und einen kleinen Gauner gemeinsam mit einer Servierkraft an der Hotelbar zeigt. Doch dieses Mädchen, eine Französin, ist verschwunden, angeblich nach Dänemark abgereist, aber niemals irgendwo angekommen. Und in einem Safe finden sich nicht nur Nacktaufnahmen, die ihr Vater von sehr jungen Mädchen gemacht hatte, sondern auch Fotos, die die Drei schwer belasten.
Natürlich wollen auch andere diese Fotos haben, und Stella befindet sich wieder einmal in Lebensgefahr - diesmal allerdings bleibt ihr Benz heil. Und am Ende zeigt sich, wie alles zusammenhängt.
Leider stellt sich beim Lesen ein gewisser Ermüdungseffekt ein: man kennt ihre flotten Sprüche und Freunde (Benz, jetzt meist "der Hengst" genannt, sowie Jack Daniels). Die Geschichte entwickelt sich erwartbar, Stella bekommt ihre üblichen Verletzungen ab. Es sind immer honorige Bürger, die enttarnt werden. Nur vernascht Stella jetzt eher Frauen als Männer.
Fazit: Durchaus gut geschrieben und auch spannend. Aber vielleicht gelingt im nächsten Roman ein neuer Zugang - ein wenig deutet sich am Ende eine Veränderung an.

Der Drache kann niemals aufhören, seinen natürlichen Instinkten zu folgen. Jungfrauenblut entfacht in ihm einen unersättlichen Hunger, den er versuchen muss zu stillen, zu welchem Preis auch immer. Das ist der Fluch, der auf ihm lastet und der ihn letztlich das Leben kosten wird.

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