LeseTipp: Yrsa SIGURÐARDÓTTIR, Das letzte Ritual.

Island/Krimi/

 Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: Das letzte Ritual. Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: Das letzte Ritual.
(Þriðja táknið., 2005)
382 S, ISBN: 978-3-596-17132-3
TB 17132
Frankfurt: Fischer TB-Verlag, 2006

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Der erste Roman mit der Anwältin Dóra Guðmundsdóttir führt in die Parallelwelt des modernen Islands, in der Sagen, Trolle und Elfen noch immer existent sind. Und es ist eine sehr interessante und (wahrscheinlich auch) historisch fundierte Darstellung der Hexen, Hexerei und der Hexenverbrennungen in Island. Hier waren, abweichend vom übrigen Europa, die meisten Hexen männlich - womit eine These über die Ursachen der Hexenverfolgung, der Hebammenstreit, ein wenig ins Wanken gerät.
Die Autorin setzt sich auch mit den Riten des Hexentums auseinander. Der ermordete deutsche Student hatte eine Clique um sich geschart, die diese Riten mehr oder weniger eifrig vollzogen. Die Mitglieder dieser Clique geraten bald in Verdacht, und einer von ihnen wird auch von der Polizei als Mordverdächtiger verhaftet.
Dóra stellt bei ihren Recherchen aber bald fest, daß diese Lösung zu einfach ist und mehr hinter diesem Fall steckt. Matthias Reich, Deutscher und Sicherheitsbeauftragter der Bank, an der der Vater des Ermordeten maßgeblich beteiligt ist, unterstützt sie dabei. Und mit Matthias bahnt sich eine Liebesbeziehung an...
Fazit: Natürlich auch ein Krimi, aber vor allem eine ziemlich umfassende Darstellung von Hexerei, Hexenverfolgung und ähnlichen Themen, wobei auch die Unterschiede zwischen Island und Deutschland in diesem Bereich herausgearbeitet werden. Sehr interessant!

Dóra fand die Semesterferien in diesem Zusammenhang eher unbedeutend. Man konnte wahrscheinlich froh sein, dass sich beim Fund von Haralds Leiche niemand im Mutterschaftsurlaub befunden hatte. Und die Historische Fakultät nicht beschlossen hatte, den Mordfall selbst zu untersuchen.

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