LeseTipp: Magdalen NABB, Tod einer Queen.

Maresciallo Guarnaccia/Toskana/Florenz/Krimi/

 Magdalen NABB: Tod einer Queen. Magdalen NABB: Tod einer Queen.
(The Marshal's own case., 1990)
244 S., ISBN: 3-257-22715-9
Maresciallo Guarnaccia 7
Zürich: Diogenes TB-Verlag, 1994

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Wenn Frauen Männer sind.
Auf einem Müllplatz werden Teile einer Leiche gefunden, und die Obduktion ergibt, daß die Frau eigentlich ein Mann war. Ein Transvestit. Kein guter Ausgangspunkt für Maresciallo Guarnaccia, dem die Ermittlungen zugeschoben werden. Er muß sich in einer Szene umsehen, die ihm eigentlich zuwider ist. Unterstützt wird er von Ferrini, der sich gut in diesem Milieu auskennt. Und langsam lernt er, daß diese Menschen eigentlich zu bedauern sind, weil sie im falschen Körper stecken. Und sie müssen sich prostituieren, um zu überleben.
Die Tote ist Lulu, wunderhübsch, bei den Freiern gefragt, in der Szene verhasst. Denn sie war ein höchst egozentrischer Mensch. Lulu wollte in eine Klinik nach Spanien fahren, ist aber dort nie angekommen. Als man Reiseschecks von ihr bei Peppina findet, halten sie alle für den Täter. Aber Maresciallo Guarnaccia, der Probleme mit seinem Sohn Totó hat, findet die Lösung zu glatt. Peppina erscheint ihm nicht in der Lage zu sein, einen komplizierten Mord zu begehen.
Fazit: Magdalen Nabb beschäftigt sich diesmal mit einer verfemten Randgruppe der Gesellschaft, den Transvestiten. In Italien mit seiner virilen Kultur vielleicht noch mehr abgelehnt als anderswo. In einer Nebenhandlung zeigt sie die Probleme auf, die Guarnaccia mit seinem Sohn Totó hat. Und weist damit auf die, vor allem für die Familie, nicht einfachen Lebensumstände eines Carabinieri hin.

Der Hauptmann betrachtete einen Moment lang schweigend das nachdenkliche Gesicht vor ihm. Man wußte nie, was in diesem Burschen vor sich ging, und selbst wenn man ihn fragte, war das Zeitverschwendung. Das wußte der Hauptmann schon lange. Der Wachtmeister war kein allzu heller Kopf, und er konnte sich auch nicht gut ausdrücken, aber man kam um die Tatsache nicht herum, daß ihm nur selten etwas entging und daß er, je schweigsamer er wurde, dem Kern einer Sache immer näher kam. Wenn er ihm nur erklären könnte, welche Spur er verfolgte, dann hätte man ihm helfen können, aber so...

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