LeseTipp: Hiram BINGHAM, Machu Picchu.

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 Hiram BINGHAM: Machu Picchu. Die legendäre Entdeckungsreise im Land der Inka. Hiram BINGHAM: Machu Picchu. Die legendäre Entdeckungsreise im Land der Inka.   Neu 
(Inca Land., 1922)
342 S, ISBN: 978-3-89405-833-3
Reisen, Menschen, Abenteuer 312
München: Frederking & Thaler, 2007

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Die zufällige "Entdeckung".
Hiram Bingham III. (1875-1956) war ein Entdecker mit großem Interesse an der Geschichte Südamerikas in der Kolonialzeit. Seine Heirat mit Alfreda Mitchell, Enkelin von Charles Tiffany, ermöglichte ihm ein Leben ohne Geldsorgen, ausgerichtet an eigenen Interessen.
Auf der Expedition von 1911 war sein eigentliches Ziel, den höchsten Berg Südamerikas, den Coropuna im Süden von Peru, zu ersteigen. (Tatsächlich ist der höchste Berg der Aconcagua in Argentinien, aber das wußte Bingham zu diesem Zeitpunkt nicht.) Außerdem wollte er das Innere Perus entlang dem 73. Längenkreis kartografieren.
Ein Nebenziel war, Inka-Ruinen zu finden. Eine archäologische Forschungstätigkeit an diesen Ruinen war damals praktisch nicht vorhanden. Gesucht wurden die legendären Goldschätze der Inka, die man irgenwo in den Bergen vermutete. Bingham interessierte sich für die Inka-Festungen, die im Hochgebirge von Peru versteckt sein sollten.
Aber zunächst reiste er an den Titicacasee, weiter in das Hochland Perus nach Cusco, und machte sich von dort aus auf die Suche nach Tampu-tocco, in dem er die verlorene Stadt der ersten Inka und die letzte Inka-Hauptstadt verkörpert glaubte.
Eher zufällig entdeckte er Machu Picchu, die verlorene Stadt der Inka über dem Urubambatal. Allerdings nannte er selbst diesen Vorgang nicht entdecken, sondern auffinden und bekanntmachen durch Veröffentlichung des Fundes. Bingham ist zu verdanken, daß Machu Picchu freigelegt wurde und umfangreiche archäologische Studien vorgenommen wurden.
Fazit: Hiram BINGHAM beschreibt seine Expeditionsreisen in Peru, deren Ziel nicht die Suche nach einer bestimmten Inka-Ruine war. Machu Picchu findet er eher zufällig, kann die Bedeutung zunächst nicht einschätzen, ermöglicht aber ihre Freilegung und Kartografierung. Bis zu seinem Ende glaubt er, Tampu-tocco gefunden zu haben.

Deshalb halte ich - ungeachtet der Überzeugung der Historiker - die Schlussfolgerung für gerechtfertigt und realistisch, dass der frühere Name der Ruinen von Machu Picchu Tampu-tocco lautete. Hier wurde Pachacuti VI. beigesetzt; hier war die Hauptstadt des kleinen Königreiches, wo in den Jahrhunderten zwischen den Amautas und den Inka all das Wissen, die Fertigkeiten und die besten Traditionen des alten Volkes bewahrt wurden, das die Kultur von Peru geschaffen hatte.

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