LeseTipp: Lee CHILD, Größenwahn.

Jack Reacher/USA/Georgia/Thriller/

 Lee CHILD: Größenwahn. Lee CHILD: Größenwahn.
(Killing floor., 1997)
480 S., ISBN: 978-3453879577
Jack Reacher 1
München: Heyne, 2004

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Der erste Roman mit dem Serienhelden Jack Reacher war auf Anhieb ein Erfolg. Kein Wunder, denn es ist ein fesselnder Plott in einem sehr klaren und prägnanten Stil.
Reacher, ehemaliger Major bei der amerikanischen Militärpolizei und vor sechs Monaten ehrenhaft aus der Army entlassen, in der er sein ganzes bisheriges Leben verbracht hat. Nun genießt er seine Freiheit und zieht planlos und von Zufall gesteuert durch die Weite Amerikas.
Und dieser Zufall führt ihn in die Kleinstadt Malgrave in Georgia, in der er Spuren eines lange verstorbenen Bluessängers sucht. Aber er landet unversehens wegen Mordverdacht im Gefängnis. Doch noch während er dort sitzt, gesteht der Bankier Hubble den Mord. Beide kommen zunächst ins Staatsgefängnis in U-Haft, werden aber "versehentlich" in den Trakt für Lebenslängliche gesperrt. Reacher kann einen Angriff auf sein Leben abwehren und stellt bald fest, daß dieser eigentlich Hubble galt.
Detective Finlay und die Polizistin Roscoe belegen seine Unschuld, und Reacher wird entlassen. Hubble hat ihm im Gefängnis eine Geschichte erzählt, daß er sich bedroht fühle, und verschwindet kurz nach der Freilassung. Eine weitere Leiche wird entdeckt, die propere Kleinstadt wird Reacher immer verdächtiger. Und als er erfährt, daß der erste Ermordete sein Bruder Joe war - mit dem er vor sieben Jahren beim Begräbnis der Mutter zuletzt Kontakt hatte (s. "Die Abschussliste") - nimmt er die Ermittlungen auf und gerät selbst in Gefahr.
Es geht um Falschgeld, und sein Brunder war Ermittler im Finanzministerium und einer großen Sache auf der Spur. Vieles ist gut recherchiert, manches ein wenig unwahrscheinlich und es gibt zu viele Zufälle. Dennoch: außerordentlich spannend, und die logischen Schwächen nimmt man eben hin.
Fazit: Reacher ist der Typ, den man sich als Cop wünscht. Er kümmert sich wenig um Gesetze, aber steht immer auf der Seite der Guten.

Aber wir hatten das, was alle Familien in der Armee hatten. Die Familie war die eigene Einheit. Den Männern auf den Stützpunkten wurde absolute Loyalität gegenüber ihren Einheiten beigebracht. Das war die wichtigste Sache in ihrem Leben. Die Kinder kopierten das. Sie übertrugen dieselbe ausgeprägte Loyalität auf ihre Familien. Also haßte man vielleicht seinen Bruder ab und an, doch ließ man es nicht zu, daß sich irgend jemand mit ihm anlegte. Das verband uns, Joe und mich. Wir hatten diese bedingungslose Loyalität. Wir standen Rücken an Rücken auf jedem neuen Schulhof und boxten uns zusammen einen Weg aus allen Schwierigkeiten. Ich paßte auf ihn auf, und er paßte auf mich auf, wie es Brüder eben tun. Sechzehn Jahre lang. Das war nicht gerade eine normale Kindheit, aber die einzige Kindheit, die ich je hatte. Und Joe war deren Anfang und Ende. Und jetzt hatte ihn jemand umgebracht.

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