LeseTipp: Andrea CAMILLERI, Die Inschrift.

Sizilien/Roman/

 Andrea CAMILLERI: Die Inschrift. Andrea CAMILLERI: Die Inschrift.   Neu 
(La targa., 2015)
74 Seiten, ISBN: 978-3-463-40676-3
München: Kindler, 2018

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Die beseren Menschen.
Der zu fünf Jahren Verbannung verurteilte Michele Ragusano wird bei seiner Rückkehr aus dem Haus des faschistischen Vereins in Vigata hinausgeworfen. Allerdings, so merkt der 90-jährige Paradefaschist Don Manueli Persico an, gehe das nicht, da Ragusano immer noch Mitglied sei. Daraufhin wird ihm der zu viel bezahlte Mitgliedsbeitrag refundiert und er nun ausgeschlossen. Er bedankt sich bei Persico mit dem Hinweis, er würde nicht über Dinge sprechen, die er in der Verbannung gehört habe. Er erwähnt einen Namen, woraufhin Persico eimen tödlichen Schlaganfall erleidet. Ragusano wird zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Resico wird zum faschistischen Helden erhoben. Die Hauptstraße in Vigata wird nach ihm benannt, seine 35jährige Witwe erhält erhält eine Rente. Problematisch wird allerdings die Zusatztafel "Gefallen für die Sache des Faschismus". Denn es stellt sich heraus, daß Resico eine dunkle Vergangenheit hatte und doch kein strahlender Held des Faschismus war. Mehrmals muß daher die Inschrift der Zusatztafel geändert werden - und am Ende erhält die Straße wieder ihren alten Namen.
Fazit: Sehr amüsant und treffend zeigt Andrea CAMILLERI, daß die Faschisten nicht die besseren Menschen, als die sie gerne auftreten, waren (und sind).

Und kaum hatte Mussolini zu sprechen aufgehört, war der Tumult, das Tohuwabohu, das Getümmel losgegangen. «Tod den Franzosen!», «Tod den Engländern!», «Es lebe der Duce!», riefen sie mit vereinten Kräften, «Es lebe der Faschismus!», und sie waren wie besoffen vor Freude, tanzten und hüpften und sangen «Giovinezza, giovinezza», die Hymne der faschistischen Partei, als wäre der Krieg ein Sechser im Lotto.

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