Weihnachtskugeln

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: Eberhard HORST, Friedrich der Staufer.

Porträts/Friedrich II./Biografie/

 Eberhard HORST: Friedrich der Staufer. Eberhard HORST: Friedrich der Staufer.
(zuerst 1975), 406 S., ISBN: 3-546-00026-9
Düsseldorf: claassen, 1997

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Die bereits etwas ältere Biografie Friedrichs II. von Eberhard Horst ist chronologisch aufgebaut und folgt damit dem eher klassischen Prinzip der Chronisten. In acht Teilen nähert er sich dem Leben und Wirken Friedrichs, wobei sein Schwerpunkt eher auf der normannisch-sizilianischen Prägung liegt. Horst sieht Friedrich, wie dieser auch sich selbst, kaum als Staufererbe. Der Schwerpunkt seiner Herrschaft lag ja auch in seinem sizilianischen Königreich.
Im ersten Teil beschreibt Horst die Geburt und Jugend, wobei er allerdings das historisch nicht haltbare Gerücht von der totalen Vernachlässigung Friedrichs aufnimmt. Im zweiten Teil thematisiert er die Inbesitzname Deutschlands, die in der Krönung zum römisch-deutschen Kaiser gipfelte. Der dritte Teil ist Friedrichs Herrschaft im Königreich Sizilien gewidmet, der vierte dem Kreuzzug des Exkommunizierten. Der fünfte Teil bricht die Chronologie und beschäftigt sich mit dem Dichter, Wissenschaftler und Falkner Friedrich. Der sechste und siebte Teil behandeln die Auseinandersetzungen Friedrichs mit den Päbsten und seinen Kampf gegen die lombardischen Städte. Im letzten Teil stellt Horst Mythos und Realität einander gegenüber, wobei er hier zur Überhöhung der Person und ihres Wirkens neigt.
Fazit: Die Friedrich-Biografie von Eberhard Horst ist ein materialreiches Werk, das ausführlich aus zeitgenössischen Quellen und Dokumenten zitiert. Damit bekommt man auch einen guten Eindruck vom quasi Originalton des Kaisers (auch wenn die Texte vorwiegend Petrus de Vinea geschuldet sind). Wenn auch gelegentlich nicht mehr am Stand der Forschung, so doch ein immer noch lesenswertes Buch.

In diesen achtunddreißig Jahren wurde Friedrich zum Stupor mundi et immutator mirabilis, zum Staunen der Welt und wundersamen Veränderer, wie Matthäus von Paris anläßlich seines Todes schrieb. Aber Stupor mundi bedeutet auch, nach mittelalterlichem Verständnis, Betroffenheit und Erschrecken über den, der das Bestehende zu verändern versucht hatte. In Palermo begann, was Friedrich und dem Reich über ein Menschenalter Glück und Unglück brachte, was an der Gestalt Friedrichs faszinierte und verunsicherte, weltbewegende Hoffnungen weckte und doch an unlösbaren Widersprüchen scheiterte.

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