Weihnachtskerzen

„Winter lässt sein graues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land”
Eduard Mörike (1804-1875), dt. Lyriker


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LeseTipp: Sólveig PÁLSDÓTTIR, Eiskaltes Gift.

Island/Krimi/

 Sólveig PÁLSDÓTTIR: Eiskaltes Gift. Ein Island-Krimi. Sólveig PÁLSDÓTTIR: Eiskaltes Gift. Ein Island-Krimi.
(Leikarinn., 2012)
320 S., ISBN: 978-3-7466-3005-2
Berlin: Aufbau Verlag, 2014

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Auch weiße Westen können schmutzig sein.
Während der Dreharbeiten stirbt in der letzten Szene der Hauptdarsteller an Gift - ermordet. Aber wer hatte Interesse am Tod des allseits beliebten Lárus? Untadelig, keine Skandale, eine weiße Weste. Aber im Zuge der Ermittlungen stellen Kommissar Guðgeir und sein Team bald fest, daß die Weste doch nicht so weiß war. Da gibt es einige Vorfälle, die auf Pädophilie schließen lassen. Und da ist die Requisiteurin Alda, die ein unklares Verhältnis zu Lárus hatte. In ihrer Jugend war sie in einen Autounfall verwickelt, bei dem ihre beste Freundin ums Leben kam. Hatte Lárus damit zu tun?
Fazit: Leider nimmt der Debütroman von Sólveig Pálsdóttir nur sehr langsam Fahrt auf. Die ersten fünfzig Seiten sind lähmend, und man ist immer wieder versucht, das Buch wegzulegen. Nicht unschuldig daran ist wohl die schnoddrige deutsche Übersetzung.
Hat man diese Hürde überwunden, wird es zwar besser und es ergeben sich immer wieder überraschende Wendungen. Allerdings ist zu viel Küchenpsychologie in den Roman verpackt, zu viele Stereotype werden bemüht. Keine Pflichtlektüre, aber erträglich.

Er machte kurz die Augen zu und spürte, dass die Seele der Frau bereits fort war. Ihr letzter Atemzug war schon zu lange her. Guðgeir war oft dabei gewesen, wenn Verwandte von ihm starben, und viele Male hatte er berufsbedingt viele Tote gesehen. Stets hatte er die Seele der Verstorbenen in den ersten Stunden wahrgenommen. Mit jeder Minute, die nach dem Tod verstrich, verblasste das Gefühl, die gestorbene Person sei anwesend, bis nichts mehr übrig war als der leblose Körper. Die Hülle. Guðgeir schob diese Gedanken entschlossen beiseite und versuchte, sich seine Gefühle nicht anmerken zu lassen.

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