LeseTipp: Thomas BÜHRKE, Genial gescheitert.

Otto Lilienthal/Biografie/

 Thomas BÜHRKE: Genial gescheitert. Schicksale großer Entdecker und Erfinder. Thomas BÜHRKE: Genial gescheitert. Schicksale großer Entdecker und Erfinder.
240 S, ISBN: 978-3-423-24928-7
dtv 24928
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2012

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Thomas Bührke versammelt in diesem Buch neun mehr oder weniger bekannte Entdecker und Erfinder, die selbst nicht den Durchbruch ihrer Ideen erlebten, weil sie zu früh dran waren:
Aristarch von Samos (ca. 310 - 230 v. Chr.) wurde für seine revolutionäre Hypothese, dass die Sonne im Zentrum der Welt stehe, wegen Gottlosigkeit angeklagt.
Charles Babbage (1791 - 1871) versuchte vergeblich, den ersten mechanischen Computer zu bauen und für das damals größte zivile Forschungsprojekt in England Geld aufzutreiben.
Ludwig Boltzmann (1844 - 1906) stieß mit seiner Theorie von der Existenz der Atome auf rabiaten Widerstand.
Albert Einstein (1879 - 1955) suchte jahrzehntelang nach der Weltformel und wurde von vielen Kollegen dafür belächelt.
Otto Lilienthal (1848 - 1896) legte die Grundlagen für das Fliegen und verunglückte bei einem seiner Flugversuche tödlich.
Philipp Reis (1834 - 1874) entwickelte das Telefon, aber Alexander Graham Bell vermarktete das revolutionäre Kommunikationsgerät.
Ignaz Semmelweis (1818 - 1865) entdeckte die Ursache für das Kindbettfieber und wurde von den meisten Kollegen wütend angegriffen.
Nikola Tesla (1856 - 1943), Erfinder des Wechselstromgenerators, scheiterte an der Vision, Energie weltweit in Form von Wellen zu verbreiten.
Alfred Wegener (1880 - 1930) wurde für seine Theorie der Kontinentalverschiebung ausgelacht und verhöhnt.
Auf eine kurze Darstellung der Entdeckung oder Erfindung in einer typischen Szene folgt eine ausführliche Beschreibung des Lebenslaufs, der Motive, der Gründe des Scheiterns und der Bedeutung für die Nachwelt, durchaus auch mit technischen Details und Erläuterungen.
Fazit: eine interessanter Ansatz, nicht die erfolgreichen Entdecker und Erfinder in den Mittelpunkt zu stellen, sondern jene, die zu ihren Lebzeiten keinen Erfolg hatten und die dennoch sehr wichtig waren.

Sie waren ihrer Zeit weit voraus. Mit ihren Ideen bedrohten sie damalige Konventionen und forderten ihre Kollegen zu heftigen Diskussionen heraus. Die Gründe des Scheiterns sind vielfältig: heftiger Widerstand der damaligen Koryphäen, fehlender Weitblick der Politiker und Geldgeber oder fehlende technische Voraussetzungen.
Oft setzten sich die Ideen erst nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten durch.

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