LeseTipp: Michael RIDPATH, Fluch.

Island/Krimi/

 Michael RIDPATH: Fluch. Ein Magnus-Jonson-Roman. Michael RIDPATH: Fluch. Ein Magnus-Jonson-Roman.   Neu 
(Where the shadows lie., 2010)
383 S, ISBN: 978-3-455-40265-0
Magnus Jonson 1
Hamburg: Hoffmann und Campe, 2010

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Ein amerikanischer Cop in Island.
Magnus Jonson ist Polizist bei der Kriminalpolizei in Boston. Als er einen korrupten Polizisten meldet, wird er bedroht. Denn der Polizist arbeitete für einen großen Drogendealer, und Magnus Zeugenaussage würde ihm Probleme machen. Nach zwei Versuchen, ihn zu killen, wird er von seinem Chef im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms nach Island geschickt. Der dortige Polizeichef sucht einen isländisch sprechenden Polizisten mit Erfahrung in Großstadtkriminalität. Magnus ist in Island geboren, wanderte als Halbwüchsiger mit seinem Bruder und seinem Vater in die USA aus und entspricht damit den Anforderungen. Sein Vater wurde ermordet, weshalb er zur Polizei ging. Denn der Mörder wurde nie gefunden.
Bei seiner Ankunft wurde ein Experte für isländische Sagas ermordet, der möglicherweise eine bisher verschollen geglaubte Saga zum Verkauf angeboten bekommen hatte. Diese Saga scheint in einer engen Verbindung zum Buch "Herr der Ringe" von Tolkien zu stehen. Ein englischer LKW-Fahrer und ein amerikanischer Software-Entwickler wollen sie haben. Sind sie die Mörder?
Fazit: Der Bestsellerautor Michael Ridpath, bisher Verfasser von Wirtschaftskrimis, hat mit diesem Roman ein neues Thema eröffnet: Feuer und Eis - > Krimis, die in Island spielen. Als quasi doppelter Außenseiter - Ridpath ist Brite - gelingt es ihm gut, die jeweiligen Eigenarten der USA und Islands hervorzuheben und zu konfrontieren. Etwa wenn die prüde amerikanische Sexmoral auf die weitaus offenere Einstellung der Isländerinnen trifft. Die Beschreibung der Sagas nimmt einen relativ großen Raum ein und dehnt die Geschichte etwas zu sehr aus - wenn man die Sagas nicht so sehr schätzt. Und auch wenn Ridpath Island mit den Augen des Touristen sieht, gelingen ihm doch sehr treffende Beschreibungen von Land und Leuten.

War es möglich, dass der Ring aus Gauks Saga wirklich noch existierte?
Eine sehr verlockende Annahme. Es gab eine große Auseinandersetzung unter Wissenschaftlern, wie historisch korrekt Island-Sagas tatsächlich waren. Viele der darin erwähnten Personen und Ereignisse hatte es tatsächlich gegeben, aber sie enthielten ebenso viele Abschnitte, die offensichtlich der Phantasie entsprungen waren. Wann immer Magnus die Sagas las, zerstreuten der sachliche Stil und die realistischen Figuren seine Zweifel, bis er das Gefühl hatte, das mittelalterliche Island sei zum Greifen nah.

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