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Ausstellung: Saul Leiter - Retrospektive (Frankfurt)

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

Saul Leiter hat sich immer als Maler und Fotograf verstanden. Sowohl in seiner Malerei als auch in seinen Fotografien tendierte er deutlich zu Abstraktion und Flächigkeit.

Das Fotografie Forum Frankfurt würdigt den Fotografen und Maler Saul Leiter in einer Überblicksschau.

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Saul Leiter: Taxi, ca. 1957
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

Die Ausstellung umfasst mehr als 100 Arbeiten und vereint in einem großen Spannungsbogen frühe Schwarzweiß- und Farbaufnahmen, Modefotografien, seine Malerei sowie die selten ausgestellten Skizzenbücher. Zudem sind neue Fotoarbeiten von Saul Leiter zu sehen, die er noch bis zu seinem Tod auf den Straßen seiner Nachbarschaft im New Yorker East Village aufnahm.

Pionier der Farbfotografie

Saul Leiter erfährt erst seit wenigen Jahren die verdiente Würdigung als einer der führenden Pioniere der Farbfotografie. Schon seit 1946, weit vor den Vertretern der „New Color Photography" der 1970er Jahre wie William Eggleston und Stephen Shore, benutzte er als einer der ersten die damals von Künstlern verachtete Farbfotografie für seine freien künstlerischen Aufnahmen.

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Saul Leiter: Graffiti Heads, 1950
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York
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Saul Leiter: Hat, 1956
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

Fotografie als Malerei

Oft findet man große, tiefschwarze, von Schatten hervorgerufene Flächen, die bis zu Dreiviertel seiner Fotografien einnehmen. Passanten werden nicht als Individuen in das Bild aufgenommen, sondern als verschwommene Farbimpressionen, überlagert von Fensterscheiben oder eingekeilt zwischen Hauswänden und Verkehrszeichen. Die Übergänge zwischen Abstraktion und Figurativem in seinen Malereien und Fotografien sind nahezu nahtlos. Saul Leiters Straßenfotografie ist eigentlich Fotografie gewordene Malerei, wie Rolf Nobel im begleitenden Buch schreibt.

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Saul Leiter: One of my favorites, ca. 1960 (Painting)
© Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York
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Saul Leiter: Snow, 1960
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

Urbane Fotoästhetik

In seinen Aufnahmen fließen die Genres der Straßen-, Porträt-, Stillleben-, Mode- und Architekturfotografie zusammen. Er fand seine Motive wie Schaufenster, Passanten, Autos, Schilder und immer wieder Regenschirme in der unmittelbaren Umgebung seiner New Yorker Wohnung, die er bis zu seinem Tod fast 60 Jahre bewohnte. Die Unschärfe im Detail, die Verwischung von Bewegung und die Minderung der Tiefenschärfe, den Ausgleich oder den gewollten Entzug von notwendigem Licht und die Verfremdung durch Fensterdurchsichten und Spiegelungen - dies alles verschmilzt zur Farbsprache eines halb realen, halb abstrahierten urbanen Raums. Es sind Arbeiten eines modernen Meisters der Farbfotografie der 1940er und 1950er Jahre.

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Saul Leiter: Canopy, ca. 1957
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York
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Saul Leiter: Postmen, 1952
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

Vom Autodidakten zum Modefotografen

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Saul Leiter: Carol Brown, Harper’s Bazaar, ca. 1958
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

Saul Leiter (1923-2013) entdeckte schon früh seine Leidenschaft für die Kunst und begann bereits als Teenager Ende der 1940er-Jahre zu malen. Seine Familie unterstützte sein künstlerisches Interesse nicht, da sein Vater, ein anerkannter talmudischer Rabbiner und Gelehrter, stets gehofft hatte, dass sein Sohn Saul ihm eines Tages als Rabbiner nachfolgen würde. Als Künstler war Saul Leiter zwar Autodidakt, aber keinesfalls ungebildet. Er las und lernte viel über Kunst, sodass sein Wissen und Verstehen beständig wuchsen. Er sorgte damit für die notwendigen historischen Zusammenhänge für sein eigenes Denken und künstlerisches Schaffen.
1946, kurz nachdem er nach New York gezogen war, lernte Leiter den Künstler Richard Poussette- Dart kennen, der ihn mit der Fotografie bekannt machte, einem Medium, das ihm sehr lag und das er schnell lernte. Leiter entschied bald, Fotografie nicht nur als Mittel der Kunst zu nutzen, sondern sich damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er begann, Mode zu fotografieren und wurde dank seines guten Auges, seines spielerischen Sinns für Humor und seines ausgeprägten Sinns für Eleganz zu einem außergewöhnlichen Modefotografen.
In den 1950er-Jahren wurden erste Schwarzweiß-Serien Saul Leiters im „Life"-Magazin publiziert. Er nahm u.a. an der von Edward Steichen kuratierten Ausstellung „Always the Young Strangers" (1953) im Museum of Modern Art teil. Von 1958 bis 1967 arbeitete Leiter für „Harper's Bazaar". Insgesamt fotografierte er rund 20 Jahre für verschiedene klassische und neuere Magazine, nach „Esquire" und „Harper's" folgten „Show", „Elle", „British Vogue", „Queen" und „Nova".

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Saul Leiter Hat, ca. 1952
Foto © Estate of Saul Leiter, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York

»Saul Leiter. Retrospektive« ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg und dem Fotografie Forum Frankfurt und wurde von Ingo Taubhorn und Brigitte Woischnik kuratiert. Die umfassende Retrospektive von Leiters Werk entstand in enger Kooperation mit dem Künstler und Margit Erb, Direktorin Saul Leiter Foundation. Die Ausstellung wurde erstmals 2012 in Hamburg gezeigt und war danach im Kunsthaus Wien zu sehen.

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Begleitpublikation/Ausstellungskatalog

Saul Leiter - Retrospektive.TAUBHORN, Ingo; WOISCHNIK, Brigitte: Saul Leiter - Retrospektive.
300 S. ISBN: 978-3-86828-258-0
Heidelberg-Berlin: Kehrer, 2012

Saul Leiter erfährt erst seit wenigen Jahren die verdiente Würdigung als einer der führenden Pioniere der Farbfotografie. Das mag daran liegen, dass Leiter sich selbst lange in erster Linie als Maler verstand. 1946 nach New York gekommen, stellte er gemeinsam mit Abstrakten Expressionisten wie Willem de Kooning aus. In den späten 1940er-Jahren begann er, neben der Malerei schwarzweiß zu fotografieren. Wie Robert Frank oder Helen Levitt fand er seine Motive auf den Straßen New Yorks, war dabei aber sichtbar an Abstraktion interessiert. Edward Steichen war einer der ersten, der Leiters Fotografien entdeckte und sie in den 1950er-Jahren in zwei wichtigen Fotoausstellungen und in seinem Diavortrag Experimental Photography in Color im New Yorker MoMA zeigte. Farbfotografie galt damals noch als Gebrauchskunst, deren Platz in der Werbung war. Seit den späten 1950ern arbeitete Leiter vor allem als Modefotograf, unter anderem für Esquire und Harper's Bazaar. Es sollte noch fast 40 Jahre dauern, bis seine künstlerische Farbfotografie wiederentdeckt wurde, deren Farbigkeit eher von malerischem Einsatz als von fotografischen Mitteln zeugt.
Der von Detlev Pusch gestaltete Bildband, der anlässlich der weltweit umfassendsten Retrospektive erscheint, zeigt neben Leiters frühen Schwarzweiß- und Farbaufnahmen auch erstmals seine Modefotografie, die übermalten Aktfotos sowie seine Malerei und seine Skizzenbücher. [Verlagstext]
>> Rezension

Auf einen Blick

Flagge Deutschland

Saul Leiter - Retrospektive (Frankfurt)

ausstellungsbild

Fotografie Forum Frankfurt
Braubachstraße 30–32, 60311 Frankfurt
,
Tel. +49 (0)69 291726
[13. Dezember 2014 bis 01. März 2015] | beendet

Webseite Ausstellung
Webseite Veranstalter
Porträt Saul Leiter
Themenkontext: Farbfotografie

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

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