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Ausstellung: Die Idee der Landschaft (Frankfurt)

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

Landschaft entsteht im Kopf.

Das ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung zeigt in der Ausstellung „Die Idee der Landschaft” rund 80 Arbeiten von 18 zeitgenössischen Fotokünstlern aus acht Ländern.

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Rodney Graham, Oak Trees, Red Bluff (2), 1993 - 2000
Foto © Rodney Graham

Beim Betrachten von Landschaftsbildern werden individuelle Erinnerungen an Landschaft oder auch kollektiv abgespeicherte Landschaftsvorstellungen abgerufen: Bergmassive und sanfte Hügel, Flüsse und Meer, Wolkenformationen und Bäume. Hier geht es daher nicht um die reale Abbildung der Natur, sondern um die Verbildlichung von Gedankenwelten und eine Wirklichkeit, die durch artifizielle Mittel geschaffen wird.

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Simone Nieweg, Holterhöfe, Krefeld, 2012
Foto © Simone Nieweg

Die Künstlerinnen und Künstler

Das Triptychon „La Gran Sabana” von Lothar Baumgarten (*1944 in Rheinsberg) zeigt die wilde Landschaft der Jahrmillionen alten Hochfläche in Venezuela mit einem tafelförmigen Bergmassiv im Zentrum. Entscheidend für die Arbeiten des Beuys-Schülers und viermaligen Documenta-Teilnehmers sind die diskursive Einlassung auf einen Ort und der Bezug auf dessen Ethnologie.

Wie gemalt wirkt die direkt auf Aluminium gedruckte und mit Shellack versiegelte Fotografie der historischen Gartenanlage von Ninfa. Der in Rom aufgewachsenen Becher-Schüler Elger Esser (*1967 in Stuttgart) beschwört die mythische Szenerie der Nymphen herauf, jenen Flussgottheiten aus der griechischen Mythologie, denen die ursprüngliche Tempelanlage gewidmet war.

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Elger Esser, Ninfa - Euneika, 2013
Foto © Elger Esser

Rodney Graham (*1949 in Matsqui/British Columbia) hat seine Arbeiten von auf den Kopf gestellten Eichen wie Auftragsporträts von einem Fotografen anfertigen lassen. Eigenschaften wie Verwurzelung, Standhaftigkeit, Unerschütterlichkeit, die der Mensch der Eiche zuschreibt, werden von Graham sinnbildlich auf den Kopf gestellt. Mit der Ähnlichkeit der Äste und seiner Wurzeln verweist der Künstler auch darauf, dass es Eindeutigkeiten der Wahrnehmung nicht gibt.

Die Bilder, die Beate Gütschow (*1970 in Mainz) konstruiert, wirken wie Landschaftsmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Tatsächlich sind die den idealen Landschaften nachempfundenen Kompositionen aus bis zu hundert Einzelaufnahmen am Computer entstanden. „Sampling” nennt Gütschow ihr Verfahren analog zum Zusammenmischen musikalischer Versatzstücke, mit dem sie die Authentizität fotografischer Reproduktionen hinterfragt.

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Beate Gütschow, LS #3, 1999
Foto © Beate Gütschow

Detlef Orlopp (*1937 in Elbing/Westpreußen) verwandelt die Oberflächen von Landschaft in reduzierte, aber keineswegs abstrakte Bilder. Seine Fotografien stellen den Betrachter vor die Frage, was genau man eigentlich sieht. Wasser, Gletscher oder Gestein? Die gewohnte Wahrnehmung, die neue Bilder inneren Bildermodellen zuordnet, funktioniert hier nicht mehr.

Die konzeptuellen Fotoarbeiten von Adrian Sauer (*1976 in Berlin) analysieren die Fotografie des digitalen Zeitalters. Der Meisterschüler von Timm Rautert erforscht dabei mit besonderer Raffinesse alle Aspekte, Verwertungs- und Herstellungsweisen des digitalen Bildes.

Der in der Schweiz lebende Stephan Schenk (*1962 in Stuttgart) dokumentiert in seinen Arbeiten die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Seine Arbeiten zeigen in wörtlichem Sinne in der Größe eines Soldatengrabes einen kleinen Ausschnitt des Bodens. Der fragmentarische Blick und die Vogelperspektive lassen die Aufnahmen abstrakt wirken und erzeugen zugleich eine starke physische Präsenz. Diese Präsenz wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die Aufnahmen zu monumentalen Tapisserien verwoben sind.

Anna Vogel (*1981 in Herdecke), Meisterschülerin von Andreas Gursky, collagiert am Computer eigene Fotoaufnahmen oder im Internet Gefundenes. Diese übermalt sie digital, schneidet Aussparungen und Linien hinein, retuschiert sie oder arrangiert sie neu. Die Landschaften kommen einem irgendwie vertraut vor, aber gleichzeitig irritieren sie durch fast surrealistische Mittel.

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Anna Vogel, Ignifer VII, 2012
Foto © Anna Vogel

Auf einen Blick

Flagge Deutschland

Die Idee der Landschaft (Frankfurt)

ausstellungsbild

ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung
Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage, 60265 Frankfurt
,
Tel. +49 (0)69 7447 99144
[26. Juni 2015 bis 05. September 2015] | beendet

Webseite Ausstellung
Webseite Veranstalter

Themenkontext: Landschaftsfotografie

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

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