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Ausstellung: Hannes Kilian - Fotografien, Stuttgart (2)

Flagge Deutschland

Hannes Kilian, Stuttgart

ausstellungsplakat

Hannes Kilian - Fotografien
Haus der Geschichte Baden-Württemberg
Konrad-Adenauer-Straße 16, 70173 Stuttgart, Tel. +49 (0)711 2124002
[12. Februar 2012 bis 29. April 2012] | beendet

Webseite Ausstellung
Webseite Museum
Webseite Hannes Kilian
Themenkontext: Fotojournalismus

Seine Bilder erzählen von einem halben Jahrhundert deutscher Geschichte, von Untergang und Neuanfang

Er zählt zu den großen Fotojournalisten Deutschlands: Hannes Kilian (1909-1999), der berühmte Stuttgarter Fotograf. Mit der Ausstellung „Hannes Kilian - Fotografien” erinnert das Haus der Geschichte Baden-Württemberg im Kunstgebäude am Schlossplatz an das Lebenswerk dieses vielfach ausgezeichneten Fotokünstlers. Die rund 360 präsentierten Bilder, überwiegend Original-Abzüge aus seinem Atelier, decken die gesamte künstlerische Breite seines Fotoschaffens ab.

1928, mit 19 Jahren, verließ Hannes Kilian sein Elternhaus in Ludwigshafen am Bodensee. In der Schweiz absolvierte er eine Fotografenlehre, ging 1933 für zwei Jahre nach Neapel und arbeitete dort für Bildagenturen und -verlage. Einen Höhepunkt der Vorkriegsjahre bildete ein dreimonatiger Parisaufenthalt 1937. Hier fotografierte Kilian die Weltausstellung und das großstädtische (Nacht-)Leben der Metropole am Vorabend der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs. 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. In einer Propagandakompanie fotografierte er den Russlandfeldzug. Nach Stuttgart kehrte er als Kriegsversehrter zurück. Die Zäsur des Kriegserlebnisses wird in den Bildern, die nach seiner Genesung entstanden, unmittelbar anschaulich. Sie zeigen Tod und Elend der Stuttgarter Zivilbevölkerung.

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Hannes Kilian, Stuttgarter Ballett: Oiseaux Exotiques, Choreographie John Cranko, Bühnenbild John Neumeier; Marcia Haydée, 1967
Foto © Hannes Kilian / Haus der Geschichte Baden-Württemberg
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Hannes Kilian, Stuttgarter Ballett: Agon, Choreographie George Balanchine, 1970; Leigh-Anne Griffiths und Jan Stripling
Foto © Hannes Kilian / Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Schon ab 1944 war Kilian als Ballett- und Theaterfotograf überaus erfolgreich. Die Berufung John Crankos zum Direktor des Stuttgarter Balletts erwies sich für ihn als sehr fruchtbar. Er begleitete und dokumentierte die „Ära Cranko”, in der sich so talentierte Tanzpersönlich­keiten wie Marcia Haydée, Egon Madsen, Richard Cragun, Birgit Keil, Ray Barra und Susanne Hanke auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes versammelten. Mit seiner bisherigen Seh- und Berufserfahrung konnte Kilian bei der Bühnenfotografie die intensivsten und aussagekräf­tigsten Momente erkennen. So gelang es ihm, in seinen Ballettfotografie-Serien die Bewegung im Augenblick eines flüchtigen Momentes festzuhalten.

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Hannes Kilian, Otto Dix im Garten seines Hauses am Untersee Hemmenhofen, 1961
Foto © Hannes Kilian / Haus der Geschichte Baden-Württemberg

Hans Kilian (1909-1999) absolvierte nach dem Besuch des Gymnasiums und der Spoerschen Handelsschule in Überlingen eine dreijährige Fotografenlehre im schweizerischen Kreuzlingen. Im Anschluss arbeitete er von 1931 bis 1933 bei der Fotografie-Firma Grau in Luzern. Während der Wirtschaftskrise verlor er seine Arbeitserlaubnis für die Schweiz und kehrte nach Deutschland zurück. 1941 wurde er als Kriegsberichterstatter zur Wehrmacht eingezogen und im Russlandfeldzug eingesetzt. Nach Kriegsende arbeitete er als freischaffender Fotojournalist.

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LiteraturTipp

Hannes Kilian.HONNEF, Klaus [Hrsg.]: Hannes Kilian. 1909 - 1999.
351 S. ISBN: 978-3-7757-2368-8
Ostfieldern: Hatje Cantz Verlag, 2009

Zum 100. Geburtstag von Hannes Kilian: eine glänzende Monografie zum gesamten Werk des herausragenden deutschen Fotografen der Nachkriegszeit.
Als Fotograf großer Ballette genießt Hannes Kilian (1909-1999) Weltruf. Mit seinem außergewöhnlichen Gespür für das Phänomen der Bewegung verstand er es, dem statischen fotografischen Bild Schwung zu verleihen. Die besten Voraussetzungen auch für einen erfolgreichen Fotojournalisten. Kilian arbeitete für die bedeutendsten Zeitungen und Zeitschriften, darunter TIME Magazine und Picture Post, Spiegel und stern, und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Sein Werk, das in diesem Band zusammen mit bisher nie oder nur vereinzelt veröffentlichten Bildern aus dem Archiv des Künstlers ausführlich vorgestellt wird, umfasst mehr als ein halbes Jahrhundert europäischer und deutscher Geschichte: Die Weltausstellung in Paris 1937, die Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland - mit den bestürzenden Dokumenten des zerstörten Stuttgart, den Aufnahmen des geteilten Berlin sowie den Bildern des Wiederaufbaus von der Währungsreform bis zum Ende des Wirtschaftswunders - bilden neben seinen Anfängen in Italien und Frankreich die Schwerpunkte. Als Reisefotograf erkundete Kilian die Welt, lange bevor die Deutschen Weltmeister im Reisen wurden. [Verlagstext]

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