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Ausstellung: Sounds Of Vienna - 100 Jahre Franz Hubmann (Wien)

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

Wie kein anderer hat Franz Hubman es verstanden, den Klang der Straße aufzunehmen.

Mit der Ausstellung „Sounds Of Vienna” feiert die Leica Galerie Wien einen der Großen der Österreichischen Fotografie: Franz Hubmann, der heuer am 2. Oktober einhundert Jahre alt geworden wäre.

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Franz Hubmann: Der Ober Ali – Café Hawelka Wien, 1956
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO

Wie kein anderer hat Franz Hubmann, der Zeit seines Lebens mit der Leica fotografierte, es verstanden, den Klang der Straße aufzunehmen, das Wiener Leben mit seinen Caféhäusern, Bohémiens, Fiakern und Tandlern in seinen Bildern einzufangen. In der Ausstellung begegnet man ihnen wieder: dem legendären Ober Ali aus dem Café Hawelka, der mittlerweile mindestens genauso bekannt ist, wie seine literarischen Gäste, dem frierenden Blumenhändler am Stadtpark oder der Frau, die ihren Gummibaum im Kinderwagen durch Döbling spazieren fährt. Hubmanns untrügliches Gespür für den Augenblick brachte ihm den Ehrentitel „Henri Cartier-Bresson Österreichs“ ein.

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Franz Hubmann: Strohblumenhändler im Winter beim Stadtpark Wien, 1952
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO
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Franz Hubmann: Ungewöhnlicher Pflanzentransport in Wien-Döbling 1954
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO

Aber natürlich war er ein Meister der Fotografie aus eigenem Recht, der „unbestechliche Chronist des Wesentlichen und vermeintlich Unwesentlichen“, wie André Heller ihn einmal nannte. Hubmann widmete sich beidem mit gleichermaßen scharfem Auge: dem flüchtigen Lichtreflex auf nassem Kopfsteinpflaster wie den Protagonisten der hiesigen Kulturlandschaft. Dabei war es ihm gleich, ob es sich bereits um arrivierte Kräfte oder um damals noch vielversprechende Nachwuchskünstler wie Josef Mikl, Arnulf Rainer, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden handelte, die in Hubmanns „Der Jahrgang 1929“ betitelter Aufnahme wie eine Beat-Band posieren.

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Franz Hubmann: Der Jahrgang 1929 - Hans Fruhmann, Josef Mikl, Arnulf Rainer, Wolfgang Hutter, Anton Lehmden Wien, 1954
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO

Als passionierter Musikliebhaber war nicht nur der Klang der Stadt Hubmanns Metier, auch die internationalen Größen der Musik, die in den Nachkriegsjahrzehnten Wien besuchten, versammelte er vor seiner Kamera: Der Geigenvirtuose Yehudi Menuhin, Pianist Friedrich Gulda bei einem seiner ersten Konzerte in der Hauptstadt, Herbert von Karajan bei den Proben im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.

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Franz Hubmann: Herbert von Karajan probt im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins 1966
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO

Neben der Klassik waren es die Jazz-Konzerte, die Hubmann in den 1950er und 60er Jahren anzogen. Joachim Lieben brachte mit seiner Agentur die „Jazz at the Philharmonic“-Reihe, kurz JATP genannt, nach Wien, und damit die erste Garde der internationalen Jazz-Szene. In Hubmanns Fotografien überträgt sich die Leidenschaft, der Drive und die Coolness der Auftritte so begnadeter Musiker wie Louis Armstrong, Miles Davis oder Nat King Cole und man kann sich leicht vorstellen, wie der Jazz in die österreichische Tristesse der damaligen Zeit einschlug.

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Franz Hubmann: Nat King Cole Wiener Stadthalle um 1960
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO

Literarisches Pendant zu den Improvisationen der Jazz-Solisten waren die anarchistischen Soireen der Wiener Gruppe um H.C. Artmann, Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Oswald Wiener. Mit ihren an Dadaismus und Surrealismus geschulten Perfomances forderten sie den konservativen Geist der Nachkriegskultur heraus, und selbstverständlich war Hubmann dabei, um die inzwischen legendären Aufführungen mit seiner Leica zu dokumentieren.

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Franz Hubmann: Miles Davis Wiener Stadthalle 1960
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO
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Franz Hubmann: Oswald Wiener - 1. Literarisches Cabaret 1964
Foto © Franz Hubmann/Archiv Franz Hubmann/IMAGNO

Parallel zur Leica Galerie Wien feiert auch die Leica Galerie Salzburg den Doyen der österreichischen Fotografie.

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Eröffnung der Ausstellung in Wien mit Peter Coeln, Christian Brandstätter und André Heller
Foto © Christine Miess / WestLicht

Begleitpublikation/AusstellungskatalogTop

Karlheinz ROSCHITZ: Franz Hubmann. Sounds of Vienna.
64 S. ISBN 978-3-85033-844-8
Wien: Brandstätter Verlag, 2014

Aufbruchsstimmung im Nachkriegs-Wien: In der Wohnung der Familie Harnoncourt probt der eben erst gegründete Musikkreis Concentus Musicus und revolutioniert die Aufführungspraxis barocker Musik, das Ensemble die reihe von Friedrich Cerha schockiert mit zeitgenössischer Musik, der junge Friedrich Gulda sprengt die Grenzen zwischen U-Musik und E-Musik und in Fatty’s Saloon spielt ein junger Joe Zawinul neben internationalen Jazzgrößen wie Ella Fitzgerald. Der Jazz-Fan Franz Hubmann ist mitten drin und hält mit seiner Leica fest, was er sieht: leidenschaftliche Musiker, kompromisslose Komponisten, aufbegehrende Dirigenten, auf diversen Instrumenten dilettierende Künstler und originale Wienerlied-Interpreten. Als „unbestechlicher Chronist des Wesentlichen und vermeintlich Unwesentlichen“ (André Heller) dokumentiert er eine ungemein vitale Wiener Szene, die mit unserem Bild einer grauen und tristen Stadt nach dem Krieg wenig gemein hat. Einige der gezeigten Fotografien sind inzwischen Ikonen dieses „Cartier-Bresson Österreichs“, vieles ist jedoch neu entdeckt und bislang unpubliziert: ein endlich gehobener Schatz an Bildern, die Geschichten erzählen. [Verlagstext]

Auf einen Blick

Flagge Österreich

Sounds Of Vienna - 100 Jahre Franz Hubmann (Wien)

ausstellungsbild

Leica Galerie Wien
Walfischgasse 1, 1010 Wien
,
Tel. +43 (0)1 236 74 87
[03. Oktober 2014 bis 17. Jänner 2015] | beendet

Webseite Ausstellung
Webseite Veranstalter

Themenkontext: Fotojournalismus

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

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