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Ausstellung: Déjà-vu in der Fotokunst (Frankfurt)

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

Der Betrachter sieht Arbeiten, die er vermeintlich schon mal gesehen hat oder die ihn an andere Bilder erinnern.

Die aktuelle Ausstellung im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung „Déjà-vu in der Fotokunst“ zeigt vom 15. September bis 21. November 2015 rund 50 Arbeiten von 18 zeitgenössischen Fotokünstlern aus fünf Ländern, die sich motivisch oder inhaltlich auf bekannte Bilder der Kunstgeschichte beziehen.

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Jose Dávila, Fully Connected Network, 2013
courtesy DZ BANK

Die Ausstellung führt wie in einem Parcours durch die Kunstgeschichte vom 16. Jahrhundert über den Impressionismus und den Expressionismus ins 20. Jahrhundert. Der Betrachter sieht Arbeiten, die er vermeintlich schon mal gesehen hat oder die ihn an andere Bilder erinnern. Die Künstler haben sich dafür unterschiedlicher Verweistechniken bedient. Manche interpretieren etwa das jeweilige Vorbild als Ganzes oder unterziehen es leichten Veränderungen. Sie beziehen sich explizit auf andere Kunstwerke – insbesondere der Malerei – oder zitieren einzelne Elemente und stellen sie in einen neuen Kontext. Andere lassen durch formale Aspekte wie Bildaufbau, Lichtführung oder Sujet auf das Vorbild schließen.

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Evelyn Richter, Tretjakowgalerie, Moskau, 1957
Aus der Serie: Ausstellungsbesucher
courtesy DZ BANK

Evelyn Richter (*1930 in Bautzen) ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der sozialdokumentarisch geprägten Fotografie in der ehemaligen DDR. Die Arbeiten aus ihrem schon in den 50er Jahren begonnenen Langzeitprojekt „Ausstellungsbesucher“ zeigen Vorbilder von „Déjà-vu“: bekannte Werke der Kunstgeschichte.

Jose Dávila (*1974 in Guadalajara, Mexico) nutzt das Stilmittel der Aussparung zur Sichtbarmachung, denn bei den Leerstellen handelt es sich um ikonische Skulpturen und Installationen der letzten 60 Jahre. Der Titel „Fully Connected Network“ verweist auf die Zusammenhänge und Bezugnahmen der Künstler untereinander und zeigt damit ein weiteres Mal, dass sich Kunst immer wieder auf Kunst bezieht.

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Claudia Angelmaier, Drei Lindenbäume, 2004
courtesy DZ BANK

Claudia Angelmaier (*1972 in Göppingen) untersucht in ihren Werkreihen das Verhältnis von Original und Reproduktion sowie das Zusammenspiel von Bild und Text. So zeigt beispielsweise ihre Arbeit „Drei Lindenbäume“ auf erschreckende Weise, wie unterschiedlich Reproduktionen einer Zeichnung von Albrecht Dürer (1471–1528) ausfallen können. Wobei die Künstlerin diese Beschäftigung mit der Rezeption von Kunst selbst wieder in ein ästhetisch ansprechendes Kunstwerk verwandelt.

Im dem bildhauerischen und fotografischen Werk von Johannes Brus (*1942 in Gelsenkirchen) sind Pferde ein immer wiederkehrendes Motiv. Seit Mitte der 1970er-Jahre tauchen sie in Anlehnung an das „Blaue Pferd” von Franz Marc (1880–1916) in seinen Fotografien auf. Er verfremdet und bearbeitet vorgefundene historische Aufnahmen kolonialer Expeditionen zu Pferde oder auch Tierabbildungen aus alten Biologiebüchern und thematisiert damit die Aspekte des kulturellen Gedächtnisses.

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Axel Hütte, Montevarchi, 1992
courtesy DZ BANK

Bilder des Sehnsuchtslandes, in dem Goethe zufolge die Zitronen blühen, zitiert Axel Hütte (*1951 in Essen) in seinen analog mit der Großbildkamera entstandenen Aufnahmen. Licht, Architektur und Landschaft Italiens haben sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt, so dass der Künstler erläutert: „Ich spiele mit Bildern, die im Kopf des Betrachters schon angesiedelt sind, die beispielsweise schon in der Malerei aufgetaucht sind. Durch meine Arbeiten wird diese Sichtweise auf eine andere Ebene transformiert.“ Das Thema Landschaft wird der Künstler im nächsten Dezember in einer Einzelausstellung im ART FOYER fortsetzen.

Die Themen der fotografischen Arbeiten von Günther Förg (*1952 in Füssen; †2013 in Freiburg im Breisgau) bildeten insbesondere die italienische Architektur des Rationalismus und Bauwerke der Moderne des 20. Jahrhunderts. Seine Aufnahmen der 1946 bis 1952 errichteten „La Cité radieuse“ von Le Corbusier in Marseille lassen an Piet Mondrian (1872–1944) denken.

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Elger Esser, Combray (Giverny III), France (Haute-Normandie, 27 Eure), 2010
Aus der Serie: Giverny
courtesy DZ BANK

Elger Esser (*1967 in Stuttgart) ist bekannt für seine Landschaftsaufnahmen, die wie alte, verblichene Ansichtskarten wirken. Fasziniert von dem impressionistischen Maler Claude Monet (1840–1926), hat er dessen verwunschenen Garten in Giverny aufgesucht und den berühmten Seerosenteich samt japanischer Brücke fotografiert. Der Fotokünstler, der kürzlich für den Oskar-Schlemmer-Preis 2016 ausgewählt wurde, hat den Blüten- und Wasserzauber vorwiegend in Schwarzweiß und bei Mondschein mit teilweise sechsstündiger Langzeitbelichtung festgehalten.

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Sherrie Levin, After Edgar Degas, 1987
courtesy DZ BANK

Sherrie Levine (*1947 in Hazleton, USA) beschäftigt sich in ihren Fotografien mit dem Impressionisten Edgar Degas (1834–1917). Mit seinen teils entlarvenden Bildern von Tänzerinnen hat er die harte Wirklichkeit von Paris um 1900 nicht idealisiert. Levine fotografiert die Bilder des Malers einfach ab und interpretiert sie über die Geste der Aneignung (Appropriation Art) auf ihre eigene Weise neu.

Annette Kelm (*1975 in Stuttgart) verwendet Eisenspäne zur Bildgestaltung. Durch den Einsatz eines Magneten, den sie unterhalb des Papiers entlangführt, laden sich die Eisenspäne auf und richten sich in verschiedene Richtungen aus, so dass die Späne zu einem pelzig erscheinenden, abstrakten Relief werden. Damit erinnert diese Arbeit an die Schnittbilder des italienischen Minimalisten Lucio Fontana (1899–1968).

Nicht nur motivisch, sondern auch wortwörtlich zitiert der britische Konzeptkünstler Victor Burgin (*1941 in Sheffield, England) Edward Hopper (1882–1967). Seine siebenteilige Serie „Office at Night“ zeigt in Anlehnung an ein Gemälde von Hopper eine Frau in einem büroähnlichen Raum. Burgin übersetzt die narrativ atmosphärische, nächtliche Büroszene Hoppers, in welcher der Maler eine Spannung zwischen den Geschlechtern erzeugte, in eine reduzierte Darstellung der Isolation.

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Victor Burgin, Office at Night (Red), 1985
courtesy DZ BANK

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Claudia Angelmaier, Johannes Brus, Victor Burgin, Jose Dávila, Elger Esser, Christiane Feser, Günther Förg, Beate Gütschow, Axel Hütte, Delia Keller, Annette Kelm, Gerd Kittel, Louise Lawler, Sherrie Levine, Timm Rautert, Evelyn Richter, Georges Rousse und Andres Serrano.

Kuratorin der Ausstellung: Dr. Christina Leber

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Begleitpublikation/­Ausstellungskatalog

AusstellungskatalogDie von dr DZ BANK herausgegebene Broschüre zur Ausstellung mit Texten von Christina Leber, Tobias Chriske, Daniel Schierke und Janina Vitale beschreibt die Idee und Konzeption der Ausstellung und stellt die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler vor.

Auf einen Blick

Flagge Deutschland

Déjà-vu in der Fotokunst (Frankfurt)

ausstellungsbild

ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung
Cityhaus I, Friedrich-Ebert-Anlage, 60265 Frankfurt
,
Tel. +49 (0)69 7447 99144
[15. September 2015 bis 21. November 2015] | beendet

Webseite Ausstellung
Webseite Veranstalter

Themenkontext: Fotojournalismus

[Die Bilder wurden mit Beendigung der Ausstellung aus copyright-Gründen entfernt]

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