Venetien: Treviso

Im Hinterland Venedigs, an den Ufern der Flüsse Sile und Cagnan, liegt Treviso. Die Altstadt ist von einer mächtigen Ringmauer umgeben.

Treviso, Fiume Sile
Treviso, Riviera Garibaldi, Oktober 2013
Fiume Sile
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Treviso erinnert mit seiner von einer Mauer umgebenen Altstadt ein wenig an Lucca. Allerdings wirkt es nicht so mittelalterlich. Und mit seinen Kanälen ein wenig an Venedig. Aber es ist eher eine Handels- als eine Touristenstadt, das Stadtzentrum beeindruckt mehr durch die Geschlossenheit der Ensembles als durch einzelne Bauwerke.
Parken ist etwas schwierig, vor allem, wenn die großen Parkplätze an der Viale Burchiellati, am Borgo Mazzini und an der Piazza Matteotti am Dienstag- und Samstagvormittag wegen des Wochenmarkts nicht verfügbar sind. Außerdem muß man sich die Nummer des Stellplatzes merken und am Automaten eingeben - eine Bestätigung bekommt man nicht.
Der gemächliche Rhythmus Trevisos wird vom Wasser bestimmt. Die Straßen laden zum Einkaufen und Bummeln ein, hübsche Plätze oder Kanäle mit Cafés zum Verweilen. Es ist angenehm ruhig, die Touristenmassen fehlen - jedenfalls unter der Woche. Nur 30 Kilometer von dem alles überstrahlenden Venedig entfernt scheint Treviso von den Touristenströmen noch nicht so richtig entdeckt.
Das ist gut so und ermöglicht, die Stadt ungestört zu genießen.

Geschichte

Schon im 16. Jahrhundert v.Chr. wurden die Inseln der Flüsse Sile und Botteniga (früher Cagnan) besiedelt. Die Römer gaben der eher unbedeutenden Siedlung im Dreieck zwischen Sile, dem Cagnan- und dem Roggia-Kanal den Namen Tarvisium.
Da Trevisio in der Völkerwanderungszeit nicht an der Via Postumia lag, blieb die Stadt, etwa im Gegensatz zu Aquilea, von den Hunnen Attilas und den Langobarden verschont.
Unter den Karolingern wurde der Trivigis genannte Ort Zentrum einer Grafschaft, was jedoch nie - wie etwa Verona - eine echte Markgrafschaft. Trotz trägt noch heute die Provinz Treviso die Bezeichnung Marca Trevigiana. Doch die Zeit der freien Kommune währte nur 120 Jahre. Dann kam die Stadt unter die Herrschaft von Alberico da Romano, ebenso verhasst wie sein Bruder Ezzelino III.

Treviso, Porta San Tommaso
Treviso, Wallmauer bei der Porta San Tommaso, Oktober 2013
die Stadtbefestigung wurde unter der Herrschaft Venedigs errichtet
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Im 14. Jahrhundert wechselten die Stadt­herr­schaften in schneller Folge, bis sich Treviso 1388 freiwillig der Herrschaft Venedigs unterstellte. Mit dem Ende der Serenissima übernahmen 1797 die Franzosen unter Napoleon die Macht, ihnen folgten die Österreicher, die mit kleineren Unterbrechungen bis 1866 herrschten. Seitdem gehört Treviso zu Italien.
Im Zweiten Weltkrieg war Treviso der wichtigste Knotenpunkt für den deutschen Nachschub und wurde durch Bombenangriffe der Alliierte fast völlig zerstört. Nach dem Kriegsende wurde die Altstadt originalgetreu wieder aufgebaut, und die „città d'acque” konnte viel von ihrer Atmosphäre zurückgewinnen.
Heute ist Treviso ein bedeutendes Wirtschafts­zentrum. In den fünfziger Jahren entstanden hier aus kleinen Familienbetrieben Weltfirmen wie Benetton, Replay oder Stefanel.

Sehenswertes

Piazza  dei SignoriPiazza dei Signori

Palazzo Pretorio, Palazzo dei Trecento

Via CalmaggioreVia Calmaggiore

Fontana delle Tette

Piazza DuomoPiazza Duomo

Dom San Pietro, Battistero di San Giovanni, Glockenturm, Il Mosaico Paloecristiano

Piazza San VitoPiazza San Vito

Monte di Pietà, Santa Lucia

Loggia dei CavalieriLoggia dei Cavalieri

 

Porta San TommasoPorta San Tommaso

 

WasserräderWasserräder

 

Canale BuranelliCanale Buranelli

 

Impressionen

Ein Spaziergang in Bildern

 

Infobox Treviso

Wappen TrevisoProvinz Treviso (TV), 82.500 Einwohner
Tourist-Information: Palazzo Scotti, Via Sant'Andrea 3, 31100 Treviso, Tel. 0422/547632, Internet (nur ital.)

 

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