Venetien: Maser - Villa Barbaro

Die Villa Barbaro des Vicentiner Architekten Andrea Palladio ist der Höhepunkt der kleinen Ortes Maser.

 

  • Maser, Villa Barbaro

    Maser, Villa Barbaro
    Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

  • Maser, Villa Barbaro

    Maser, Villa Barbaro
    Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

  • Maser, Villa Barbaro

    Maser, Villa Barbaro
    Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Von Asolo kommend befindet sich die Villa Barbaro unübersehbar auf der linken Straßenseite. Vor der Kirche Tempietto biegt links die Via Barbaro zum Parkplatz hin ab. Der Parkplatz dürfte bei Langfingern beliebt sein, jedenfalls wird vor Diebstählen gewarnt.
Vor der Besichtigung der Innenräume muß man Filzpantoffeln über die Schuhe ziehn, damit das Parkett geschont wird. Insgesamt sechs Räume kann man besichtigen, alle sind mit Fresken von Paolo Veronese geschmückt. Leider führt die Betrachtung der Deckenfresken leicht zu Genickstarre, es gibt keine Sitzmöglichkeit oder Spiegel. Die Fresken beeindrucken vor allem durch die Illusion der Perspektive. Die dargestellten Motive lassen sich dem erhältlichen Begleitblatt entnehmen.
Von der praktischen Verwendung der Villa geben zwei, nicht eigens beleuchtete und unzugängliche Räume eine kleinen Einblick, hier hätte man sich mehr gewünscht.
Im Prinzip nur für Interessenten an den Fresken wirklich empfehlenswert, ansonsten sind die sechs Euro Eintritt mehr als Erhaltungsbeitrag zu sehen.

Die Villa

Die Villa Barbaro (auch: Villa Maser) in Maser, einem kleinen Ort sechs Kilometer östlich von Asolo, liegt an einem flachen Hang. Durch Mauer und Tor wird der Betrachter fern gehalten, auf der anderen Seite der Straße zieht sich ein großer Park in die Ebene hinein.
Nach dem Ende der Republik Venedig verfiel die Villa und wechelte häufig den Besitzer. 1850 kaufte sie der Friauler Unternehmer Sante Giacomelli und restaurierte sie. 1934 wurde die Villa von seinem Enkel an Giuseppe Volpi di Misurata verkauft. Dieser übergab sie seiner Tochter Marina, die sich in die Villa verliebte, sich dort einrichtete und in den darauf folgenden Jahren die Renovierungsarbeiten weiter fortführte. Derzeit wird die Villa von ihrer Tochter und deren Familie bewohnt.

Das Konzept

Im Auftrag der Brüder Daniele und Marcantonio Barbaro wurde sie zwischen 1549 und 1558 von Andrea Palladio (1508-1580) geplant und gebaut. Wahrscheinlich waren die Brüder stark in die Planung eingebunden. Das Bauwerk entspricht dem Konzept einer damaligen Villa: einerseits die Nutzung als repräsentativer Ort des Vergnügens und der Erholung für die Auftraggeber, andererseits ein durchdachtes, möglichst wirtschaftlich organisiertes Zentrum für eine ertragreiche Nutzung des Landgutes.

Die Bauherren

Daniele Barbaro (1513-1570) war Verleger, Schriftsteller und Botschafter Venedigs in London. Er gründete den botanischen Garten von Padua. Marcantonio Barbaro (1518-1595) war Botschafter Venedigs in Konstantinopel und danach venezianischer Prokurator. Beide Brüder galten als vorzüglich gebildet, hatten großes Interesse an Architektur und waren Förderer von Andrea Palladio.

Die Struktur

Die Villa gliedert sich in fünf Teile, die in einer Reihe symmetrisch um den Mittelbau angeordnet sind. Dieser tritt durch die Fassade mit vier ionischen Pilastern in Kolossalordnung sowie durch den Giebel von Alessandro Vittoria deutlich hervor. Am Giebel prangt das Wappen der Barbaro, an dessen Seiten sich jeweils ein auf einem Delphin reitendes Paar befinden.

Maser, Villa Barbaro
Giebel mit dem Wappen
Foto © www.bilderreisen.at/Walter Reinthaler (cc)

Die Seitenflügel und die Eckpavillons haben hohe Arkaden, die verbergen, dass das gesamte Gebäude zweigeschossig ist. Die breit ausladenden Giebel der Eckpavillons sind mit Sonnenuhren geschmückt und haben Taubenschläge: die Tauben waren früher ein Kommunikationsmittel. Im Obergeschoss des Mittelbaus befinden sich Repräsentationsräume, außerdem werden die Wohnräume in den Obergeschossen der Seitenflügel verbunden. In den unteren Geschossen der Seitenflügel befinden sich die Wirtschaftsräume.

Die Innenräume

Die Repräsentationsräume im Mittelbau und die Wohnräume wurden von Paolo Veronese (1528-1588) mit bedeutenden Fresken ausgestattet. Einige davon nehmen – eingebettet in Scheinarchitektur – in illusionistischer Weise Bezug auf die umgebende Landschaft. Weitere Darstellungen beziehen sich unter anderem auf klassische Tugenden und die antike Götterwelt, aber auch auf das idealisierte Alltagsleben in der Villa. Harmonie als Weltordnung, in der Natur und in der Familie ist das übergeordnete Thema der gesamten Villa.

Paolo Veronese, Figuren hinter dem Geländer
Villa Barbaro, Fresko, 1560-61
Quelle: Wikipedia

Vom Raum Nr. 5 hat man einen guten Blick auf das Nymphäum. Die Statuen von olympischen Göttern in den Nischen stammen von Alessandro Vittoria und seiner Werkstatt.

Villa Barbaro, Via Cornuda 7/Via Barbaro 4, 31010 Maser, Tel. +39 0423 923004
Öffnungszeiten: Apr-Jun/Sep-Okt Mo-Fr 10-18 Uhr, So/Fei 11-18 Uhr; Mar/Jul/Aug Di-Do-Sa 10:30-18 Uhr, So/Fei 11-18 Uhr; sonst Sa-So 11-17 Uhr
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