LeseTipp: Erika BILLETER, Viva la Vida.

Cuba/Bildband/

 Erika BILLETER: Viva la Vida. Kuba - eine Begegnung in Fotografien. Erika BILLETER: Viva la Vida. Kuba - eine Begegnung in Fotografien.
128 S., ISBN: 3-7165-1245-1
Bern: Benteli, 2002

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Zahlreiche, vor allem cubanische Fotografen, werden in diesem Bildband auf Duplex-Fotos vorgestellt. Darunter auch Walker Evans mit (leider sehr kleinen und wenigen) Aufnahmen aus 1933, seiner ersten großen Reportage (mehr gibt es in Walker Evans. Havanna 1933). Wie Evans porträtiert auch Constantino Arias das vorrevolutionäre Cuba, allerdings der 1950er Jahre.
Der Schwerpunkt der Fotografen- und Bildauswahl liegt allerdings bei der Revolution: ihr Kampf, ihr Sieg und die Zeit danach bis zum Jahr 2000.
Die in kurzen Essays vertieften Themen sind:
- "Das heroische Bild der Revolution" mit den Fotografen Raúl Corrales, Alberto Korda, Osvaldo Salas. Der Personenkult, den diese Fotografen betrieben haben, ist auf eine ganze Nation ausgerichtet - Arbeiter oder Bauern, Commandante oder Guerillero.
- "Alltag in neuen Zeiten": Tito Alvarez, Ivan Cañas Boix, Ramon M. Grandal, Maria Eugenia Haya, Mario Garcia Joya, Rigoberto Romero Carmona, Enrique de la Zu. Im Mittelpunkt des sozialen Wandels und des Interesses der Fotografen steht der Mensch als neuer Held der Bildgeschichten.
- "Ein Schweizer Fotograf in Kuba": Luc Chessex. 1961 kommt er nach Cuba, im Nachhinein wird ihm klar, daß vor allem Fidel Castro sein durchgehendes Thema war.
- "Subjektivität kommt ins Spiel": Pedro Abascal, Juan Carlos Alóm, Raúl Cañibano, Mario Diaz, José A. Figueroa, Cristobal Herrera Ulashkevich, Jorge Macias, Carlos R. Mayol Vitón, René Peña, Gilda Pérez, Alfredo Sarabía Dominguez. Die Fotografie der 1980er und 1990er Jahre, ein Schritt von der Dokumentarfotografie zu einer mehr künstlerischen Annäherung an die Wirklichkeit.
- "Ein Fremder tanzt noch einmal Salsa" - Karl Haimel. Der Österreicher kehrt seit 1996 immer wieder nach Havanna zurück, sein Thema ist das Geschehen in den Straßen Havannas, insbesondere Musik und Tanz.
Fazit: eine Sammlung oft beeindruckender Fotografien, natürlich mit den Helden und Themen der Revolution, aber auch mit den Menschen, für die sie gemacht wurde.

Der "neue Mensch", der der Revolution sein Dasein verdankt, ist nicht erzwungen. Er ist von allen gewollt. Die Fotografen erfinden ihn nicht. Er ist da, überall gegenwärtig und lebt sein neues Leben. Die Fotografen tun nichts anderes, als eine Dialog mit ihm zu führen. Es entsteht das lebendige Bild einer Epoche, die heute bereits Geschichte ist.

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