LeseTipp: David BALDACCI, Das Versprechen.

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 David BALDACCI: Das Versprechen. David BALDACCI: Das Versprechen.   Neu 
(Wish you well., 2000)
368 S., ISBN: 3-7857-2066-1
Köln: Lübbe, 2001

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Gibt es Wunder?
Vielleicht, wenn man ganz fest daran glaubt. Oscar Cardinal, genannt Oz, glaubt daran. Und es wird ihm helfen. Bei einem Autounfall verlieren er und seine ältere Schwester Louise Mae Cardinal, genannt Lou, ihren Vater. Ihre Mutter fällt dabei in eine Art Wachkoma.
Jack Cardinal , der Vater, war ein hochgelobter, aber finanziell wenig erfolgreicher Schriftsteller. Da es keine weiteren Angehörigen gibt, müssen Kinder und Mutter zur Großmutter ihres Vaters übersiedeln - irgendwo in den Appalachen Virginias. Dort hat die Urgroßmutter eine Farm, die sie gemeinsam mit ihrem schwarzen Helfer Eugene betreibt, und die mehr schlecht als recht läuft. Die nächsten Orte sind ein bis zwei Stunden entfernt und leben vom Kohle-Bergbau.
Das Leben auf der Farm ist hart und arbeitsam, auch wenn die Urgroßmutter Louisa eine sehr moderne und verständige Frau ist und zwischen ihr und den Kindern ein liebevolles Verhältnis besteht. Die Bergwerksgesellschaft will ihren Grund. Der bösartige Nachbar, der seinen Grund verkaufen will, aber den Zugang über den von Louisa benötigt, bedrängt sie bedrohlich.
David Baldacci, bekannt als Autor zahlreicher guter Spannungsromane, legt hier ein stimmiges Werk über das Leben in der ländlichen Abgeschiedenheit Virginias in den 1940er-Jahren vor.Selbst aus Virginia stammend, schöpft er dabei aus den Erfahrungen seiner Familie - was seine Schilderungen authentisch macht.
Fazit: Ein hartes ländliches Leben muß grundsätzlich nicht schlecht sein, wenn es von Liebe zueinander und zum Land getragen ist. Und am Ende hilft vielleicht wirklich der Wunschbrunnen: wenn man dort etwas zurücklässt, was einem besonders wertvoll ist, und man sch dabei ganz fest etwas wünscht - dann geht es möglicherweise in Erfüllung. Ein berührendes Buch!

Während sie sich abmühte, hielt sie den Blick auf das Fenster gerichtet. Zentimeter für Zentimeter kam sie voran, bis sie schließlich halb aufrecht saß, den Blick noch immer auf das Fenster gerichtet. Louisa atmete jetzt schwer; die wenigen Bewegungen hatten fast all ihre Kräfte aufgezehrt. Und doch lehnte sie sich zurück gegen ihr Kissen und lächelte. Draußen vor dem Fenster war ihr Berg nun klar und deutlich zu sehen. Auch wenn der Winter ihm einen Großteil seiner Farbe genommen hatte, war er doch ein wunderbarer Anblick für die alte Frau. Im nächsten Frühjahr würde mit Sicherheit alles zurückkehren. So war es immer. Wie eine Familie, die einen niemals wirklich verließ. Und genau das war der Berg für sie. Auch als Louisa Mae Cardinal schließlich ganz still wurde, blieb ihr Blick auf die altvertraute Erhebung von Fels und Bäumen gerichtet.

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