LeseTipp: Arnaldur INDRIÐASON, Tage der Schuld.

Island / Krimi

 Arnaldur INDRIÐASON: Tage der Schuld. Arnaldur INDRIÐASON: Tage der Schuld.
(Kamp Knox., 2014)
340 S S., ISBN: 978-3-7857-2574-0
Köln: Bastei-Lübbe, 2016

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Island und die Amerikaner.
Ein Isländer, der auf der US-Basis in Keflavík gearbeitet hatte, wird tot im Abwasser eines nahe gelegenen Thermalkraftwerks gefunden. Noch gilt der Ort, an dem später die Blaue Lagune entstehen wird, als Geheimtipp. Aber der Isländer war nicht an diesem Ort getötet worden.
Der junge Erlendur und Mariam Briem übernehmen die Ermittlungen, müssen aber bald feststellen, daß die amerikanischen Behörden jede Zusammenarbeit verweigern. Nur Caroline, eine schwarze Militärpolizistin, hilft ihnen.
Parallel verfolgt Erlendur den Fall eines Mädchens, das vor 25 Jahren auf dem Schulweg in der Nähe einer ehemaligen Siedlung für US-Soldaten verschwand. Dieses Camp mit seiner schlechten Bausubstanz ist ein Problemviertel Reykjavíks, und der Verdacht liegt nahe, daß ihr dort etwas zugestoßen ist. Erlendur interessiert sich für Fälle von spurlos Verschwundenen, weil er als Kind seinen Bruder bei einem Schneesturm in den Ostfjorden verloren hat. Auch dessen Leiche wurde niemals gefunden.
Die amerikanische Basis, die im 2. Weltkrieg 1944 zur Sicherung Islands gegen Hitlerdeutschland angelegt worden war, spaltete die isländische Gesellschaft bis zur ihrer Auflösung 2006. Viele Isländer empfanden sie als Stachel im Fleisch der isländischen Souveränität. Andere sahen die Vorteile durch die Einnahmen aus den verschiedenen Aktivitäten. Und außerdem gab es einen Handel mit nur auf der Basis erhältlichen Waren, die von den isländischen Beschäftigten hinausgeschmuggelt wurden. Diese Handelsbeziehungen spielen in beiden Fällen eine Rolle.
Fazit: Leider ist dieser Krimi wohl einer der schwächsten von Arnaldur Indriðason, holprig, langatmig, wenig inspiriert. Er wirkt wie eine Fingerübung zur Erlendur-Serie, ein früher Vorläufer und nicht eine Rückblende. Denn Indriðason kann neuere isländische Geschichte und hat einige sehr gute Romane - abseits von Erlendur - dazu verfasst. Aber hier hat man immer den Eindruck, er hätte nur wenig Ahnung von dem, worüber er schreibt. Insbesondere, was die amerikanische Basis und ihr Innenleben betrifft, da wirkt das Buch naiv. Aber vielleicht waren die Isländer ja damals diesbezüglich naiv...

Marian hatte eine blonde Bardame nach Joan gefragt und die Antwort erhalten, dass sie heute frei hatte. Sie kannte Caroline Murphy, weil sie sich hin und wieder im Animal Locker blicken ließ. Und sie wusste, dass Caroline ein richtiges Ass beim Bowling war, sie würde mit ihrem Team bestimmt die Meisterschaft auf dem Stützpunkt gewinnen. Marian erinnerte sich an das Treffen mit Caroline in der Bowlinghalle und wusste jetzt, warum sie ausgerechnet diesen Ort als Treffpunkt gewählt hatte. Die Bardame sagte Marian noch einiges mehr über Caroline. Sie galt eher als Einzelgängerin, weil sie Single und nicht besonders offen oder kommunikativ war.

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