LeseTipp: Yrsa SIGURÐARDÓTTIR, DNA.

Krimi / Island

 Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: DNA. Yrsa SIGURÐARDÓTTIR: DNA.   Neu 
478 Seiten, ISBN: 978-3-442-75656-8
München: btb Verlag, 2016

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Ein nordischer Krimi?
Elisa, Mutter von drei Kindern, wird in ihrem Schlafzimmer bestialisch ermordet. Ihre 7-jährige Tochter wird Zeugin. Sie glaubt, daß ihr Vater Schuld an dem Mord hat, und daß Kommissar Huldar, der sie entdeckt hat, in die Tat verwickelt ist.
Dann wird eine weitere Frau, eine pensionierte Lehrerin, auf ähnlich bestialische Weise umgebracht. Es handelt sich wohl um denselben Täter, aber zwischen den beiden Frauen gibt es überhaupt keine Verbindung.
Kommissar Huldar muß zum ersten Mal in seiner Laufbahn die Leitung der Ermittlungen übernehmen, da gegen die übrigen leitenden Kommissare eine Untersuchung läuft. Er ist völlig unerfahren und auch überfordert. Außerdem muß er mit der Psychologin Freyja zusammenarbeiten, mit der er eine unrühmliche One-Night-Beziehung hatte.
Karl, einer der letzten jungen Amateurfunker, fängt bei einem Zahlensender eigenartige Botschaften auf. Als er sieht, daß eine Zahlenfolge seiner Personal-ID entspricht, merkt er, daß die Nachrichten an ihn gerichtet sind. Sein Versuch, selbst mehr herauszufinden, bringt ihn schließlich in Probleme.
Fazit: Yrsa Sigurðardóttir, die zahlreiche großartige mystische Romane geschrieben hat, begibt sich hier auf das Gebiet der Polizeiermittlungen - und man hat den Eindruck, daß sie davon leider nicht allzuviel weiß. Ein wenig dem Topos des Nordischen Krimis nachempfunden konstruiert sie einen Kommissar mit Schwächen und hebt vor allem seine persönliche Seite hervor. Das ist nicht sehr bereichernd, da vieles wie Füllmaterial wirkt und der Krimi nicht so richtig in Schwung kommt. Der Plot - Rache und Zahlensender - ist einfach zu schwach, um einen längeren Krimi zu tragen. Und das Debut eines weiteren Ermittlerpaares...? Na ja.

Huldar klickte das Foto weg, schaltete den Bildschirm aus und stand auf. Bevor er das Büro verließ, rief er seinen Vorgesetzten Egill an, teilte ihm mit, was geschehen war, und fügte hinzu, dass es vermutlich am besten sei, Margrét so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Dabei versuchte er, das inzwischen unerträglich gewordene Bedürfnis nach Nikotin niederzukämpfen.
Er beschloss, die Frage, ob er heute wieder mit dem Rauchen anfangen würde, davon abhängig zu machen, ob er zuerst an einer Apotheke oder einem Kiosk vorbeikommen würde.

Top

weitere Bücher zum Thema
Island
Krimi
Bücher von Yrsa SIGURÐARDÓTTIR

Top