LeseTipp: Annette PEHNT, John Steinbeck.

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 Annette PEHNT: John Steinbeck. Annette PEHNT: John Steinbeck.
159 S., ISBN: 3-423-31010-3
dtv 31010
München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1998

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

In fünf Kapiteln - Bildung und Baustelle (1902-1930), Haben und Nicht-Haben (1930-1940), Ost-West-Ost (1940-1949), Moral und Mittelalter (1950-1959), Auf der Suche nach Amerika (1959-1967), Zeittafel und Bibliografie ergänzen die Kapitel - beschreibt Annette Pehnt das Leben und Werk von John Steinbeck, der zu den bedeutendsten amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts zählt. Aus dem Wechselspiel von Werk und Leben versucht sie, die Beweggründe herauszuarbeiten, die die Folie seines literarischen Schaffens bildete - auch wenn sich Steinbeck selbst gegen die Vermischung von Autor und Werk sträubte.
Drei Ehen und zwei Söhne, Wohnorte in Kalifornien (Salinas und Monterey), Berichterstatter im Zweiten Weltkrieg, mehrere lange Europareisen, Bekanntschaft mit Roosevelt, Kennedy und Johnson - ist es das, was sein Schreiben beeinflusst hat? Wohl eher nein. Es waren seine Erfahrungen als Bauarbeiter und Farmhelfer, die er in seiner Jugend gewann, sein Erleben der Großen Depression der 1930er-Jahre, seine Beziehung zu denen, die die Gesellschaft ausgespuckt hatte und die als Wanderarbeiter nur noch um ihr Überleben kämpften, die den sozialkritischen Teil seines Werks formten. Und immer wieder die Frage nach dem Schicksal, wie es den Menschen formt und wie der Mensch damit umgeht. Es sind vorwiegend die vom unteren Rand der Gesellschaft, denen sein Interesse, aber auch seine Sympathie galt.
Sein eigenes Leben spielte sich in der Mittel- und unteren Oberschicht ab. Es war reich an Erlebnissen und arm an Skandalen, so daß nicht viel an Material vorhanden ist.
Fazit: Auch wenn sich Annette Pehnt redlich bemüht, die Person John Steinbeck aus dem Werk herauszuschälen, bleibt sie mangels Masse doch am Werk hängen, das sie recht ausführlich beschreibt und bewertet. Steinbeck selbst verweigerte sich zeit seines Lebens dem Medienrummel, so gut er konnte. Als Person steht er hinter seinem Werk. Somit ist das biografische Material eher bescheiden - die vorliegende Biografie ist die einzige, auf deutsch verfügbar ist. Das Verdienst gebührt der Autorin.

Steinbeck hatte die Zeit in Somerset nicht nur genossen, weil er sich dort Malory näher fühlte, sondern das ländliche England verkörperte für ihn auch einen Lebensstil der Genügsamkeit und der Eingebundenheit in eine traditionelle Gemeinschaft. In Amerika schienen ihm solche Werte gänzlich verloren, und seit seiner Rückkehr aus England 1959 waren ihm diese Unterschiede zwischen den Kulturen besonders scharf bewußt.

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