LeseTipp: Gudrún Eva MÍNERVUDÓTTIR, Alles beginnt mit einem Kuss.

Island / Roman

 Gudrún Eva MÍNERVUDÓTTIR: Alles beginnt mit einem Kuss. Gudrún Eva MÍNERVUDÓTTIR: Alles beginnt mit einem Kuss.   Neu 
(Allt med kossi vekur., 2011)
381 S., ISBN: 978-3-442-75379-6
München: Goldmann, 2014

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Auf einem Mythos gebaut.
Nach einem Streit mit ihrer Jugendfreundin Ingibjörg, genannt Indi, hat Elísabet mit 22 Island verlassen. In Argentinien heiratet sie und adoptiert David. Mit ihm zieht sie nach ihrer Trennung durch Europa und verdingt sich unter anderem als Bardame. Nach einigen Jahren kehrt sie nach Island zurück und beginnt, den Mythos zu spinnen: sie habe durch einen Kuß die Gabe erhalten, nicht mehr Schlafen zu müssen. Und sie inszeniert sich als Bildhauerin und führt ein exzentrisches, von Alkohol- und Drogenexzessen gezeichnetes Leben.
Sie nimmt wieder Kontakt zu ihrer Jugendfreundin Indi auf, die an Kaufzwang leidet und sich das Geld dafür durch Putzen erarbeitet. Elísabet verzaubert Indis Mann Jón ebenfalls mit einem Kuß und reißt die Beiden damit schließlich in den Abgrund.
Fazit: Mythen, Halluzinationen, Psychosen, Egozentrik und Kommunikationsunfähigkeit und die Widrigkeiten des Alltags machen den Zugang zu diesem Roman über "das Böse" nicht einfach. Und so wie sich die Geschichte dem Adoptivsohn David entzieht, lässt sie auch den Rezensenten orientierungslos zurück.

Indi gab ihr Bestes, sein Verhalten und seine Taten zu entschuldigen. Sie bemühte sich, ihn mit dem Hinweis auf seine Herkunft und sein Innenleben zu erklären. Elisabet hörte sich das mal mehr, mal weniger ungeduldig an. Für sie war die Sache nicht so kompliziert. Die Menschen waren einfach so, wie sie waren, für sie war das völlig in Ordnung. In dieser Hinsicht war sie so nachsichtig wie die Jungfrau Maria. Elisabet kannte nur drei Todsünden: Langeweile, Selbstmitleid und Mittelmäßigkeit.

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