LeseTipp: Ursula TAMUSSINO, Des Teufels Großmutter.

Sizilien/Maria Carolina/Biografie/

 Ursula TAMUSSINO: Des Teufels Großmutter. Eine Biographie der Königin Maria Carolina von Neapel-Sizilien. Ursula TAMUSSINO: Des Teufels Großmutter. Eine Biographie der Königin Maria Carolina von Neapel-Sizilien.   Neu 
368 S, ISBN:
Wien: Franz Deuticke, 1991

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Die Königin und Napoleon.
Mit sechzehn Jahren mit Ferdinando, dem König von Neapel-Sizilien verheiratet, erwartete sie ein schweres Leben. Es war ein lebenslanger Kampf um die eigene Herrschaft, die Bedeutung und Rolle ihres Königreiches im europäischen Kontext und gegen Napoleon I. Bonaparte, der als König von Italien auch Neapel seinem Reich hinzufügen wollte. Sie sah in ihm einen Teufel und bezeichnete sich selbst als "des Teufels Großmutter", da er ihre Enkelin Marie Louise geheiratet hatte.
Ihren Sieg über Napoleon und die Wiederherstellung ihres Reiches erlebte sie nicht mehr. Heute ist sie weitgehend vergessen.
Ursula TAMUSSINO hat sie mit ihrer materialreichen Biographie, beruhend auf den Recherchen von Egon Caesar Conte Corti, aus der Vergessenheit hervorzuholen versucht - allerdings vor rund 30 Jahren. Das Werk ist oft ausufernd und sehr stark auf die Lebensumstände und Lebensweise von Maria Carolina ausgerichtet. Die Komplexität und Gleichzeitigkeit der Ereignisse lässt es unstrukturiert erscheinen, das Inhaltsverzeichnis ist nur bedingt hilfreich.
Fazit: Trotz mancher Schwächen und Längen ein gelungener Versuch, eine heute praktisch unbekannte österreichische Erzherzogin aus dem Dunkel der Geschichte zu holen und das oft negative Bild zu korrigieren.

In all den Katastrophen, die sie durchstehen mußte, verlor sie weder Mut noch Gottvertrauen oder den Glauben an ihre Sache, von deren Gerechtigkeit sie zutiefst überzeugt war. Ihre Liebe gehörte ihren Kindern und ihre Leidenschaft der Politik, obwohl ihr zur wirklich großen Politikerin Kaltblütigkeit und Ausgeglichenheit fehlten. Ihr überschäumendes Temperament ließ sich auch durch Krankheit und Alter nicht zügeln, und ihre Aufrichtigkeit, ihre Spontaneität und ihr emotioneller Überschwang spielten ihr manchen bösen Streich.

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