LeseTipp: Jo NESBØ, Die Fährte.

Harry Hole/Norwegen/Krimi/

 Jo NESBØ: Die Fährte. Jo NESBØ: Die Fährte.
(Sorgenfri., 2002)
556 S, ISBN: 978-3-548-60861-7
Harry Hole 4
München: List Verlag, 2009

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Wie praktisch, wenn man einen Bruder hat.
Ein Banküberfall in Oslo. Alles läuft problemlos, trotzdem erschießt der Bankräuber eine Angestellte. Dafür gibt es keinen offensichtlichen Grund. Der Bankraub scheint bis ins Detail geplant und durchorganisiert, der Täter hinterlässt keinerlei Spuren.
Als weitere, ähnlich ablaufende Banküberfälle passieren, geht die Polizei von einem Serientäter aus und bildet eine Sonderkommission, der auch Harry Hole angehört. Es gelingt ihm, gemeinsam mit seiner Kollegin Beate, ein unabhängiges Team zu bilden. Beate hat die seltene Fähigkeit, nie ein Gesicht zu vergessen.
Gleichzeitig gerät Harry Hole in Schwierigkeiten. Anna, eine frühere Freundin, hat wieder Kontakt mit ihm aufgenommen. Als sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden wird, deutet alles auf Selbstmord hin. Doch Harry mag nicht daran glauben, da er an demselben Abend mit ihr zusammen war, sich aber an nichts mehr erinnern kann. War es doch Mord, und hat er irgendetwas damit zu tun?
Harry stellt privat Nachforschungen an und findet heraus, daß Anna über längere Zeit einen Geliebten hatte. Viele Spuren deuten auf diesen als Mörder hin. Außerdem erhält Harry geheimnisvolle Emails, die Insiderwissen enthalten und so auf den Mörder hindeuten.
Während Harry und Beate im Bankräuberfall erfolgreich sind, erfährt Harrys Kollege und Konkurrent Waaler von Harrys privaten Ermittlungen. Er sieht Beweise für Harrys Verstrickung in den Fall und glaubt, ihn damit endgültig ausschalten zu können.
Wie üblich ist alles ein wenig anders, als es zunächst zu sein scheint. Es geht um Brüder, um die Psychologie der Rache und um die Welt der Zigeuner.
Fazit: Jo Nesbø gelingt eine gute Mischung aus der Person Harry Hole und all ihren persönlichen Problemen einerseits und der Mehrschichtigkeit der Geschichte andererseits. Harry ist Alkoholiker, und auch hier scheinen seine Probleme und sein Blackout daraus zu resultieren. Bedauerlich ist ein wenig, daß einige Erzählstränge kein Ende haben und Fäden lose bleiben.

Nachdem sie aufgelegt hatte, blieb Harry im Flur stehen und starrte in den Spiegel über dem Telefontischchen. Wenn seine Theorie stimmte, blickte er jetzt in das Gesicht eines tüchtigen Polizeibeamten. Zwei blutunterlaufene Augen auf jeder Seite eines kräftigen Nasenrückens, umgeben von einem feinen Netz baluer Äderchen in einem blassen, knochigen Gesicht mit groben Poren. Die Falten sahen aus wie die Kerben auf einem Balken, der willkürlich mit einem Messer bearbeitet worden war. Wie war es dazu gekommen? Im Spiegel sah er die Wand hinter sich, an der das Bild von dem lächelnden, sonnengebräunten Jungen und dessen Schwester hing.

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