LeseTipp: Dennis LEHANE, In der Nacht.

Roman / Florida

 Dennis LEHANE: In der Nacht. Dennis LEHANE: In der Nacht.
(Live by night., 2012)
583 S, ISBN: 978-3-257-06872-6
Zürich: Diogenes, 2013

Bewertung
Bewertung: 5 Sterne

Rezension

Amerika zur Zeit der Prohibition.
Joe Coughlin, Sohn eines hohen Bostoner Polizeibeamten, arbeitet für einen mittleren Syndikatsboss, bis dieser von Albert White, dem Boss von Boston, abserviert wird. Joe kann für White arbeiten, aber er hat sich in dessen Freundin Emma Gould unsterblich verliebt. Gemeinsam wollen sie abhauen, aber der Banküberfall, mit dem sich Joe das nötige Geld verschaffen wollte, geht schief, und zwei Polizisten werden getötet.
Joe wird zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, die Haftbedingungen sind brutal und tödlich, wenn man nicht auf dre richtigen Seite steht. Er erlangt den Schutz von Tommaso Pescatore, einem lokalen Mafiaboss. Aber er muß ihm Gefälligkeiten erweisen, die auch seinen Vater involvieren.
Nach seiner Entlassung wird Joe nach Tampa in Florida geschickt, weil Pescatore den Rumschmuggel aus Cuba übernehmen will. Joe geht eine Kooperation mit dem kubanischen Schmuggler Esteban Suarez ein, verliebt sich in eine Kubanerin und landet schließlich in Cuba.
Fazit: Die Prohibition hat das organisierte Verbrechen in den USA groß gemacht. Polizisten, Richter, Staatsanwälte wurden gekauft - oder erhielten ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten. Auf den Straßen herrschte Krieg um Macht, Einfluß, Profit. Eine brutale Zeit, in der sich die Gangster gegenseitig umbrachten. Aber Joe sieht sich nicht als Gangster, sondern als Gesetzlosen - bis er selbst den Unterschied nicht mehr erkennen kann. Er hinterfragt das, was er tut, aber er kommt zu keinem Ergebnis: er kann der Nacht nicht entkommen.

»Keiner von uns kriegt den Hals voll«, sagte Joe. »Du nicht, ich nicht, Pescatore nicht. Wir sind süchtig danach.«
»Wonach?«
»Nach der Nacht«, sagte Joe. »Sie ist unwiderstehlich. Wer sich für den Tag entscheidet, der muss nach ihren Regeln spielen. Darum haben wir uns für die Nacht entschieden und spielen nach unseren eigenen. Das Dumme ist nur, wir haben im Grunde gar keine Regeln.«
Dion überlegte. »Jedenfalls nicht sehr viele.«
»Und langsam macht mich das kaputt.«

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