LeseTipp: Simone BUCHHOLZ, Bullenpeitsche.

Hamburg/Krimi/

 Simone BUCHHOLZ: Bullenpeitsche. Simone BUCHHOLZ: Bullenpeitsche.
224 S., ISBN: 978-3-426-22643-8
Chas Riley 5
München: Droemer Knaur, 2013

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Ein verregneter Sommer in Hamburg.
Eine Polizistin, Mutter einer kleinen Tochter, und ein Polizist kurz vor der Pensionierung fahren gemeinsam Streife und werden erschossen. Ein Kollateralschaden, wie sich herausstellen wird. Das Team um die Staatsanwältin Chas Riley und Kommissar Calabretta ermitteln auf Hochtouren. Bald haben sie einen Verdächtigen, der zumindest indirekt mit den Morden zu tun haben könnte. Er ist bereit, gegen Schutz vor Strafverfolgung in anderen Angelegenheiten auszusagen. Doch bevor er dazu kommt, verschwindet er spurlos - vermutlich ebenfalls ermodet. Sein Anwalt wird bedroht, aber als die Polizisten einen Verdächtigen festnehmen, können sie ihn nicht entsprechend verhören. Oberstaatsanwalt Schubert zieht den Fall an sich und lässt den Verdächtigen frei. Als sich schließlich der Mörder der Polizisten stellt, wird ihnen klar, daß hier Mächtigere am Werk sind und sie irgendwelche Kreise gestört haben. Der Albaner, ein Gangster, der vor Jahren den Kiez übernommen hat und den früheren Kommissar Faller beinahe zu Fall brachte, scheint seine Finger im Spiel zu haben.
Fazit: der Dauerregen tut dem Buch nicht gut. Zu verwaschen und schwammig verläuft der Fall, zu glatt erscheint die Auflösung. Jegliche Tiefe fehlt, Chasity Riley taumelt zwar durch ihren Alltag, aber auch der bietet keine besonderen Ereignisse. Alle Figuren verschwinden irgendwie hinter Regenschleiern. Und ein depressiver Hund, der raucht, rettet die Sache auch nicht. Da ist Simone Buchholz nicht sehr viel eingefallen, und man erfährt nicht einmal den Sinn des Titels. Bullenpeitsche?

Heute Abend: keine einzige Couch auf der Straße. Keine Sonnenschirme. Es gewittert. Die Blaue Nacht zittert im Wetter. Früher war es mal so, dass ein Gewitter Sonne und Hitze brauchte, um entstehen zu können. Inzwischen ist das wohl nicht mehr so, wochenlanger Regen ist vollkommen ausreichend. Und eben ist der Strom ausgefallen. "Klack" hat es gemacht, dann war es an der Theke so dunkel wie in meinem Kopf nach sieben Wodka Tonic. Klatsche zündet Kerzen an und stellt sie auf den Tresen und die Tische. Die paar Gäste, die es bis hierher geschafft haben, rutschen näher zusammen. ... Auch wenn es mir manchmal merkwürdig vorkommt, eine so große Nähe zu einem ehemaligen Kriminellen etwickelt zu haben, ist das nicht nur meiner ruhelosen Seele, sondern auch meinem Job zuträglich. Klatsche weiß oft einfach Dinge, die wir nicht wissen können.

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