LeseTipp: Gunnar STAALESEN, Bittere Blumen.

Norwegen/Krimi/

 Gunnar STAALESEN: Bittere Blumen. Gunnar STAALESEN: Bittere Blumen.
(Bitre blomster., 1991)
350 S., ISBN: 3-442-05933-X
TB 5933
München: Goldmann TB-Verlag, 1996

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Varg Veum hatte ein ernsthaftes Alkoholproblem. Zwei Monate verbrachte er in einer Klinik, bis er wieder davon loskam. Seine Physiotherapeutin verschafft ihm einen Job als Bewacher eines Hauses, das einem verreisten Architektenpaar gehört. Doch bei der ersten Besichtigung findet er einen Toten, Tor Aslaksen, im Swimmingpool. Und plötzlich ist die Physiotherapeutin, die ihn begleitet hat, auch verschwunden. Sie wollte eigentlich selbst nach Florø auf Urlaub fahren, aber dort kommt sie niemals an.
Ihre Schwester, die auf Florø lebt, beauftragt Varg, sie zu suchen. Aber als sie gefunden wird, ist sie tot - ebenfalls ermordet. Die Polizei untersagt Varg, sich mit dem Fall zu befassen. Aber sie setzt ihn auf die Spur eines kleines Mädchens, das sieben Jahre zuvor spurlos verschwunden ist: Carmen.
Tor Aslaksen hat bei einer Firma gearbeitet, die in einen Giftmüllskandal verwickelt ist. Demonstraten blockieren die Firmenausfahrt, hinter der ein mit einer giftigen Flüssigkeit belandener Tankwagen wartet.
Das Leben ist nicht Schwarz-Weiß, Gut und Böse mischen sich oft. Varg sammelt Puzzlesteine, aber es ist nicht einfach, die richtigen Teile zusammenzusetzen - bis am Ende ein überraschendes Bild entsteht.
Fazit: ein eher seltener Roman von Gunnar Staalesen, in dem es nicht um Drogen und jugendliche drogensüchtige Prostituierte geht, sondern um Umwelt, Giftmüll und eine wohlhabende Familie, die mit all dem zu tun hat. Herrlich zu lesen die oft poetischen Beschreibungen von Menschen oder der Landschaft. Und Varg Veum zeigt keinen Zynismus.

Sie rutschte unruhig hin und her. Dann sagte sie so leise, daß ich sie kaum verstand: "Ich habe solche Angst, noch mal verlassen zu werden. Wenn Mama auch weg ist, dann hat mich zum vierten Mal jemand verlassen! Als - würde mich niemand haben wollen."

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