LeseTipp: Craig RUSSELL, Brandmal.

Hamburg/Thriller/

 Craig RUSSELL: Brandmal. Thriller. Craig RUSSELL: Brandmal. Thriller.
(Eternal., 2007)
412 S, ISBN: 978-3-404-16302-1
Bergisch-Gladbach: Ehrenwirth, 2009

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Wie schon in "Blutadler" und "Wolfsfährte" verwendet Russell einen mystischen Hintergrund. Es geht um Reinkarnation, um die Verschiebung von Zeitebenen. Und um Epigenetik, der genetischen Weitergabe von Erfahrungen und von Vorfahren erlebten Umweltfaktoren.
Die einzige Gemeinsamkeit zwischen den Opfern der neuen Mordserie scheint zu sein, daß der Täter sie skalpiert und ihre Haare rot gefärbt hat. Außerdem hinterläßt er am Tatort außer einem roten Haar keinerlei forensisch verwertbare Spuren. Erst im Laufe der Ermittlungen erkennt Fabel, daß alle Opfer in ihrer Jugend Mitglied einer der RAF nahestehenden Terrorgruppe waren. Durch einen Deal, bei dem der Anführer, genannt der "Rote Franz", an die Behörden ausgeliefert und erschossen wurde, erlangten sie Verfolgungs- und Straffreiheit. Nun aber, so scheint es, nimmt jemand Rache an ihnen.
Die Ereignisse im Deutschland der 1970er Jahre, der Terror und der "Bleierne Herbst", scheinen wiederauferstanden. Der Täter hinterlässt keine Spuren, ist nicht fassbar. Seinerseits aber dringt er in Fabels Privatleben ein, bedroht ihn und seine Tochter und fordert, den Fall abzugeben. Fabel wirkt ausgebrannt, der Gewalt überdrüssig. Seine Beziehung zu Susanne erreicht ein entscheidendes Stadium, eine gemeinsame Wohnung scheint möglich. Fabel will sein Leben ändern, den Polizeidienst aufgeben - und zögert dennoch, mit Susanne gemeinsam zu leben.
Wiederholt sich Geschichte? Können Erinnerungen genetisch weitergegeben werden? Holt uns die Vergangenheit immer weider ein?
Fazit: dem Autor gelingt ein sehr lehrreicher und bildender Krimi, der sich auch mit der jüngeren deutschen Vergangenheit auseinadersetzt. Und er konfrontiert den Leser mit sehr interessanten Hintergrundinformationen und nicht alltäglichen Themen - sowie mit der Tatsache, daß zwanzig Jahre Polizeidienst auslaugen.

Wenn es ein Bild gab, das die Stadt Hamburg für Fabel kennzeichnete, dann war es dieses: Während er durch die Mattentwiete und über die Holzbrücke zur Elbe fuhr, öffnete sich der Horizont vor ihm, und die raffinierten Türme und Giebel der Speicherstadt durchbrachen die gespannte Seide des blauen Himmels. ...
Fabel fand, dass die Architektur der Speicherstadt dem Wesen seiner Wahlheimat entsprach. Sie war verspielt und selbstbewusst, doch stets praktisch und zurückhaltend.

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