LeseTipp: Petra OELKER, Der Sommer des Kometen.

Hamburg/Historischer Krimi/

 Petra OELKER: Der Sommer des Kometen. Petra OELKER: Der Sommer des Kometen.
(zuerst 1998), 551 S, ISBN: 3-499-33153-5
rororo 33153
Reinbeck: Rowohlt TB-Verlag, 1999

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Hamburg wird von einer Hitzewelle heimgesucht. Eine seltsame Figur am Gänsemarkt warnt vor der Ankunft des Kometen und dem damit verbundenen Unheil. Die Beckersche Komödiantengesellschaft kommt nach Hamburg, um ein Stück des eher unbekannt Schriftstellers Billkamp aufzuführen, muß aber in Altona Quartier nehmen. Billkamp hatte in dem Stück Enthüllungen angedroht, wird für verrückt erklärt und ins Pesthaus eingeliefert, wo er bald stirbt. Ermordet?
Bald darauf wird der unbeliebte Zuckersieder Marburger ermordet aufgefunden - von Claes Herrmanns Sohn Christian. Claes wird in die Ermittlungen hineingezogen. Und dann wird auch noch Kapitän Stedemühlen ermordet. Christian ist in dessen Tochter Lucia verleibt, doch die Beziehung wurde von den Eltern Lucias verboten. Und Claes war in seiner Jugend in Gunda Stedemühlen verliebt.
Eine insgesamt verwickelte Situation. Und irgendwie scheint es zwischen den drei Opfern eine Verbindung zu geben. Rosina von der Komödiantentruppe erweist sich als sehr hilfreich.
Fazit: Nach einem etwas schwerfälligen Beginn, in dem umfangreiches Personal - teilweise hsitorische Figuren wie Dr. Johann Friedrich Struensee, Stadtphysikus in Altona, oder Dr. Hartog Hirsch Gerson, Arzt der jüdischen Gemeinde Altonas - eingeführt wird, entwickelt sich der Roman gut und gewinnt an Spannung. Die Schilderung Hamburgs im 18. Jahrhundert wirkt authentisch, die Autorin hat sich offensichtlich sehr intensiv mit der Zeit auseinandergesetzt (und verwertet diese Wissen in einigen anderen historischen Kriminalromanen mit Hamburg und diesem Personenkreis). Sehr nützlich: ein Glossar erläutert die nicht immer geläufigen Begriffe.

Der Zusammenbruch der preußischen Währung hatte in den letzten zwei Jahren zahlreiche holländische Banken ruiniert, die wiederum viele Hamburger Kaufleute mit in den Bankrott gezogen hatten. Um ihre leere Kasse zu füllen, hatten die Preußen ihre Grenzen für einige Waren geschlossen oder die Zölle so erhöht, daß der Export heftig litt. Und vom Export lebte die Stadt. Hamburg war letztlich nichts anderes als ein riesiges Kaufhaus, in dem Waren aus aller Welt ankamen und in das weite europäische Hinterland verkauft wurden.

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