LeseTipp: Jean-Christophe AMMANN/Ulrike DEMMER/Felix HOFFMANN, Anja Niedringhaus - At war.

Fotografen/Anja Niedringhaus/Fotojournalismus/Bildband/

Jean-Christophe AMMANN/Ulrike DEMMER/Felix HOFFMANN: Anja Niedringhaus - At war. Jean-Christophe AMMANN/Ulrike DEMMER/Felix HOFFMANN: Anja Niedringhaus - At war.
180 S, ISBN: 978-3-7757-3232-1
Ostfieldern: Hatje Cantz Verlag, 2011

Bewertung
Bewertung: 5 Sterne

Rezension

Felix Hoffmann ("Das Regime der Bilder") stellt die Frage nach dem Verhältnis von Bildautor und Abgebildetem und nach dem Symbolgehalt von Bildern.
Jean-Christophe Ammann ("Die Normalität der Kriegsbilder") leuchtet die Entstehung einiger Bilder aus und beschreibt die Vorgangsweise und Empfindungswelt der dahinter stehenden Fotografin.
Ulrike Demmer ("Eine Sprache für alle") beschreibt Alltag und Situationen von Anja Niedringhaus in Lybien und Afghanistan.
Die rund 75 Abbildungen sind gut gedruckt, meist ganzseitig rechts mit Aufnahmedatum und -ort sowie einer Bildlegende. Sie stammen aus dem Zeitraum 2002-2011, aus Kuwait, Irak, Lybien, Pakistan, Afghanistan und dem Gazastreifen. Es sind sowohl Aufnahmen von Kriegshandlungen wie auch vom Alltag und dem Leben daneben: Krieg spielende Kinder, Soldaten in Trauer oder in der Einsamkeit ihres Geburtstages, gelegentlich Siegesfreude. Auch das berühmte Bild von George W. Bush mit Truthahn vom Thanksgiving-Besuch in Bagdad im November 2003 fehlt nicht.
Anja Niedrighaus fotografiert digital, aber schwarz-weiß. Nur ein einziges Farbfoto befindet sich im Buch: ein roter Weihnachtsmann vor einer Gruppe von Soldaten im Dezember 2002 in Kuwait. Die Bilder von Sportereignissen, die sie gerne zum Ausgleich macht, sind nicht abgebildet.
Fazit: Anja Niedrighaus tritt als Person hinter ihre Bilder zurück. Diese kennt man aus den Medien, sie selbst praktisch nicht. Auch weil die Bildunterschrift meist nur das Kürzel AP (Associated Press) ist. Durch dieses Buch werden sie wohl eher im Bildgedächtnis gespeichert werden.

Anja Niedringhaus entkommt an diesem Tag nur knapp Gaddafis Truppen. Morgens steht sie noch im Schlafanzug auf der Straße. Sie hat sich hektisch aus ihrem roten Schlafsack gewunden, um Rauchschwaden über der Stadt zu fotografieren, bevor sie sich verziehen. Die Frontlinie ist 150 Kilometer entfernt, denkt sie. Als sie zum Zähneputzen in ihr Zimmer zurückkehrt, bebt das Hotel. Die ersten Panzer rollen in die Stadt. (Ulrike Demmer)

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