LeseTipp: Snorri STURLUSON, "Heimskringla" - Sagen der nordischen Könige.

Sagen / Island

 Snorri STURLUSON: "Heimskringla" - Sagen der nordischen Könige. Hrsg., übers. und kommentiert von Hans-Jürgen Hube [nach der Ausgabe von Finnur Jonsson, Kopenhagen 1893-1900]. Snorri STURLUSON: "Heimskringla" - Sagen der nordischen Könige. Hrsg., übers. und kommentiert von Hans-Jürgen Hube [nach der Ausgabe von Finnur Jonsson, Kopenhagen 1893-1900].
(Nóregs konunga sögur af Snorri Sturluson., 1893)
751 S, ISBN: 3-86539-084-6
Wiesbaden: Marix, 2006

Bewertung
Bewertung: 3 Sterne

Rezension

Die Spannweite der hier gesammelten Königssagen reicht von der mystischen Zeit der Ynglingen bis zu Magnus Erlingsson (1161-1184), dem König, der schon in Snorris Lebzeit hineinragt. Das Werk ist eine phantasievolle Darstellung der Frühzeit des europäischen Nordens mit sagen- und legendenartigen Geschichten sowie Detailbeschreibungen der friedlichen und kriegerischen Ereignisse.
Alle Hövdinge und Könige, die vor und während der Wikingerzeit lebten, werden angeführt, so daß die Vielfalt der Personen und Namen die Gefahr birgt, den Leser zu überfordern. Ein zentrales Thema ist die langwierige und widersprüchliche Einführung des Christentums. Snorri hat zahlreiche ältere Quellen zusammengetragen und ausgewertet, so daß daraus zwar kein Geschichtsbuch, aber eine doch historische und exakte Darstellung des norwegischen Königstums entstanden ist.
Trotz der eindringlichen Darstellung der Konflikte und der für die Sagen des Mittelalters typischen Kampfreden bleibt seine Sprache ruhig, fast sachlich, und zeigt wenig Emotionen. Die neue Übersetzung hat sie vom Pathos der älteren Ausgaben gereinigt und sprachlich modernisiert.
Fazit: Für alle, die sich für die Sagenwelt und die Entwicklung des norwegischen Königstums interessieren.

König Harald Sigurdsson wurde von einem Pfeil in die Kehle getroffen, und diese Wunde gab ihm den Tod! So fielen er und eine ganze Schar, die mit ihm vorging, außer denen, die zurückwichen und das Banner hielten. Der Kampf wurde nun höchst erbittert. Jarl Toste ging jetzt unter dem Königsbanner. Beide Teile stellten sich neu auf, und so trat Stillstand in der Schlacht ein. ... Bevor aber der Kampf wieder ausbrach, bot Harold Godwinsson dem Jarl Toste, seinen Bruder, und auch anderen Männern im Norwegerheere Fireden an. Die Normannen aber brüllten alle wie aus einem Munde, sie würde eher einer über dem anderen tot hinstürzen, ehe sie mit den Engländern Frieden schlössen!

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