LeseTipp: Ulrich MÜLLER [Hrsg.], Mittelalter Mythen.

Literaturgeschichte / Snorri Sturluson

 Ulrich MÜLLER [Hrsg.]: Mittelalter Mythen. Künstler, Dichter, Gelehrte. Ulrich MÜLLER [Hrsg.]: Mittelalter Mythen. Künstler, Dichter, Gelehrte.
1005 S, ISBN: 3-89669-569-X
Mittelaltermythen ; Bd. 4
Konstanz: UVK-Verl.-Ges., 2005

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Hier interessierte vor allem der Beitrag von Wolfgang Beck über Snorri Sturluson - Der Mythos des Nordens (S. 963-979).
Beck gliedert die Geschichte Snorris in vier Abschnitte:
- "Leben - Snorri und die Politik" behandelt seine Herkunft, seine politische Stellung und seine Reisen nach Norwegen sowie seine Beziehung zum norwegischen König Håkon und Jarl Skúli Bárðarson. Snorris Position zu den norwegischen Versuchen, Island zu vereinnahmen, bleibt ungeklärt.
- "Snorris literarisches Erbe" befaßt sich ausführlich mit den beiden Hauptwerken Snorris, Heimskringla und Snorra-Edda, und mit seinen Versuchen, die literarische Tradition der Skaldendichtung zu retten.
- "Der Mythos des Nordens in Deutschland" beschreibt die Versuche deutscher Gelehrter, die Werke Snorris als identitätsstiftenden Mythos zu vereinnahmen, geht allerdings nicht auf die Bedeutung des Nordischen in der nationalsozialistischen Ideologie ein.
- "Snorri als Mythos" beleuchtet die Bedeutung, die Snorris Werk für die Identitätssuche und -stiftung im skandinavischen Raum hatte und hat.
Fazit: ein guter Beginn, um diesen bedeutenden isländischen Politiker und Schriftsteller kennenzulernen.

Im politischen Schicksal der letztendlichen Erfolgslosigkeit, sogar im Schicksal der Ermordung durch seine Widersacher, verbunden mit gleichzeitigem schriftstellerischem Ruhm, ähnelt Snorri dem Römer Marcus Tullius Cicero.

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