LeseTipp: Hans MEYER-VEDEN/Hermann HIPP, Hamburger Kontorhäuser.

Hamburg/Architekturführer/

Hans MEYER-VEDEN/Hermann HIPP: Hamburger Kontorhäuser. Hans MEYER-VEDEN/Hermann HIPP: Hamburger Kontorhäuser.
188 S, ISBN: 3-433-02043-4
Berlin: Ernst & Sohn, 1988

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Bewertung: 5 Sterne

Rezension

Umfassende Beschreibung dieses typisch hamburgischen Haustypus, das Bürohaus. Ähnlich wie bei den Speichern in der Speicherstadt stand hier die Funktionalität im Vordergrund, ohne jedoch die gestalteriscen Aspekte zu vernachlässigen (wie das bei modernen Zweckbauten leider oft der Fall ist).
Zu dieser Funktionalität gehörten zentrale Zugänge mit Paternostern (die hier erstmals in Hamburg zum Einsatz kamen), Energieversorgung und Kommunikation (Telefonleitungen) sowie eine variable Innenraumgestaltung. Eine Mischnutzung, etwa durch Wohnungen, war nicht angedacht.
Näher eingegangen wird auch auf die bedeutenden Architekten und Stadtpalner Karl Scheffler, Fritz Schuhmacher und Alfred Lichtwark. Detailliert beschrieben werden das Chile-, Messe- und DHV-Haus.
Ergänzt wird die informative Beschreibung durch einen ausgezeichneten Bildteil in schwarz-weiß, in dem praktisch alle Kontorhäuser abgebildet sind. Auch im Text sind zahlreiche, vor allem historische Bilder eingebettet.
Fazit: Eine unverzichtbare Studie zu einer kulturhistorisch bedeutenden Bauform. 2015 wurde das Kontorhausviertel mit dem Chilehaus in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Charakteristisch für diese Häuser ist die den Wünschen der späteren Mieter in weitgehendster Weise Rechnung tragende innere Einteilung. Neben der Anlage der erforderlichen Treppen, Aufzüge und Klosettgruppen bleibt der ganze übrige Raum frei und die Konstruktion der Zwischendecken ermöglicht die spätere Einfügung von Zwischenwänden ganz nach den Wünschen der betreffenden Mieter. Wohnungen werden in solchen Häusern, mit alleiniger Ausnahme der Kastellanswohnung, die meistenteils im Keller untergebracht ist, nicht angelegt. Die hierdurch in erhöhtem Maße gewährleistete Aufrechterhaltung von Ordnung und Sauberkeit, sowie die größere Feuersicherheit machen die Benutzung für die Mieter angenehmer und gestalten die Anlage dadurch zu einer rentablen. Da die Maße für die in den Komptoiren üblichen Pultgruppen nicht sehr schwankend sind, so sind die Fensterachsenteilungen von vorne herein gegeben und das Planen sowie der Kostenanschlag ist verhältnismäßig schnell und leicht zu machen... (Martin Haller, 1897)

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