LeseTipp: Christian von DITFURTH, Mit Blindheit geschlagen.

Hamburg/Krimi/

 Christian von DITFURTH: Mit Blindheit geschlagen. Stachelmanns zweiter Fall. Christian von DITFURTH: Mit Blindheit geschlagen. Stachelmanns zweiter Fall.
(zuerst 2004), 411 S, ISBN: 978-3-462-03659-6
KiWi 924
Köln-München: Kiepenheuer & Witsch TB, 2006

Bewertung
Bewertung: 4 Sterne

Rezension

Auch der zweite Fall führt Dr.Josef Maria Stachelmann in die deutsche Geschichte, diesmal in die DDR.
An die Historische Fakultät der Universität Hamburg wird ein neuer Dozent berufen: Wolf Griesbach aus Berlin, und er könnte zu einer echten Bedrohung und Konkurrenz für Stachelmann werden. Denn dieser kommt mit seiner Habilitationsschrift einfach nicht weiter. Griesmann fährt nach dem Willkommensempfang im Institut nach Berlin zurück, Stachelmann schläft mit seiner Frau.
Da sich Griesbach nicht wieder meldet, bittet seine Frau Stachelmann, ihn in Berlin zu suchen. Griesbach hat in der Fluchthelferszene eine wesentliche Rolle gespielt, und Stachelmann besucht ehemalige Mithelfer aus dieser Szene. Bei seiner Rückkehr aus Berlin findet er in seinem Auto einen Plastiksack mit der Leiche Griesbachs. Und da sich auf dem Beifahrersitz Fäden von Griesbachs Kleidung finden, gerät er in Verdacht, Griesbach ermordet zu haben, und wird sogar kurzfristig in Untersuchungshaft genommen. Denn er hat zwei ganz gute Motive für die Tat: das Verhältnis zu Griesbachs Frau und Griesbach als Konkurrent.
Stachelmann wird bald klar, daß er den Täter selbst finden muß. Denn für die Polizei ist er ausreichend verdächtig, und diese verfolgt keine weitere Spur. Stachelmann hingegen vermutet, daß der Täter im Kreis der Fluchthelfer oder unter denjenigen zu finden sein müsste, bei denen die Flucht mißlang.
Wie schon in ersten Fall weiß auch hier der Leser immer mehr als der Ermittler. Aber das beeinträchtigt den Spannungsbogen keineswegs. Und auch hier verhandelt der Autor die Frage nach Schuld, Mitschuld und ob man vielleicht einmal hätte Nein sagen sollen.
Fazit: Ein lehrreicher und spannender Ausflug in die jüngere deutsche Geschichte mit einem etwas übereilten und nicht ganz glaubwürdigen Ende. Unbedingt in chronologischer Reihenfolge nach dem ersten Fall lesen, da man sonst schon die Lösung dieses Falles kennt.

Er begann immer das Gleiche zu träumen. Stets fing es an mit dem Bild von der Nacht, als die Mauer fiel. Jubelnde Menschen davor und darauf. Dann die Szenen, als Demonstraten die Dienststellen der Stasi stürmten. Verängstigte Uniformierte, sie wehrten sich nicht. Akten über Akten auf den Fluren und den Straßen. ... "Sie werden uns kriegen", sagte er. Margarete antwortete nicht. ... "Ja", sagte sie endlich. "Sie werden uns kriegen".

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