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Mecklenburg-Vorpommern:
Doberaner Münster - Innenraum

Aufgrund der kurzen Bauzeit des Doberaner Münsters wirkt der Innenraum sehr einheitlich. Sehenswert sind der Hochaltar, der Sakaramentsturm, der Kelchschrank, das Adler-Lesepult, der Marienleuchter, Das Chorgestühl, die Kanzel, der Lettner-Kreuzaltar, der Taufstein, das Fürstengestühl, die ehemalige Astronomische Uhr, die Orgel, Pribislavkapelle und Lübecker Kreuz, der Mühlenaltar und die Gräber der Mecklenburgischen Herzöge.

Bad Doberan, Münster, Hochaltar
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Hauptschiff, Blick zum Hochaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die ehemalige Klosterkirche ist eine kreuzförmige, dreischiffige Basilika ohne Vierung, mit einer Länge von neun Jochen. Der Chor ist ein 5/8 Polygon mit Umgang und Kapellenkranz.
Das Mittelschiffes mit Kapellenkranz ist 78 Meter lang, das Quer­schiff 39 Meter. Die 24 gleichartigen Pfeiler stehen symbolisch für die zwölf Apostel und die zwölf Propheten. Zwischen den fünf Jochen des Langhauses sind die Pfeilerabstände größer als im übrigen Teil der Kirche.
Die Höhe des Kreuzrippengewölbes im Mittelschiff beträgt 26,5 Meter, im Seitenschiff 12,5 Meter. Die ehemalige Dreiräumigkeit der Zisterzienserkirche ist direkt erlebbar: je ein Drittel für Laienchor, Mönchschor und Presbyterium.

Sehenswertes - Innenraum

Die Nummerierung der Sehenswürdigkeit bezieht sich auf den bei der Kasse erhältlichen Folder.

[1] Der Hochaltar

Der vermutlich um 1310 in einer Lübecker Werkstatt entstandene reichvergoldete Hochaltar ist einer der ältesten Flügelaltäre in Deutschland.

Bad Doberan, Münster, Hochaltar
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Hochaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Geschichten aus dem Neuen Testament in der oberen Reihe stehen zu denen des Alten Testaments in der mittleren Reihe in typologischer Beziehung. Um das Jahr 1350 wurde der Altar durch die untere Reihe, die Apostelreihe mit den Mitpatronen St. Sebastian und Papst Fabian, erweitert. Die hier aufbewahrten Reliquien gingen im 30jährigen Krieg verloren.

[2a] Der Sakaraments-Turm

Der Sakaramentsturm (Tabernakel), um 1350/60 hergestellt, ist der älteste seiner Art in Deutschland. Er wurde in Form einer ins riesenhafte gesteigerten gotischen Monstranz gefertigt, vermutlich von einem Künstler aus der Werkstatt Meister Bertrams. Dieser hat wohl auch die untere Reihe des Hochaltars angefertigt. Das 11,60 Meter hohe Schnitzwerk ist aus Eichenholz.

Bad Doberan, Münster, Sakaramentsturm
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Sakaramentsturm links vom Hochaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[2b] Der Kelchschrank

Der links neben dem Sakaramentsturm stehende Kelchschrank von 1280/90 stammt noch aus dem romanischen Vorgängerbau und wurde wahrscheinlich in einer Lübecker Werkstatt hergestellt. Seine 20 Fächer dienten der Aufbewahrung von Reliquien.

Bad Doberan, Münster, Kelchschrank
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Kelchschrank links vom Sakaramentsturm
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[4a] Das Adler-Lesepult

Das Adler-Lesepult im Chorraum wurde im 19. Jahrhundert vom Doberaner Kupferschmied Steusloff aus Kupfer geschaffen. Es ist die Imitation eines ursprünglich im Hildesheimer Dom stehenden Kanzel-Lesepults.

Bad Doberan, Münster, Adler-Lesepult
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Adler-Lesepult
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Der Adler ist hier Symbol Christi und des Glaubens, der das Böse besiegt.

[4b] Der Marienleuchter

Die Madonna des Marienleuchters stand wahrscheinklich urspünglich in der Mittelnische des Hochaltars. Sie stammt aus der Zeit um 1300. Erst um 1400 wurde sie Hauptbestandteil des neugeschaffenen Marienleuchters. Sie wurde als apokalyptische (endzeitliche) Madonna mit Sternenkrone, Sonne und Mondsichel dargestellt.

Bad Doberan, Münster, Marienleuchter
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Marienleuchter
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[5a] Das Chorgestühl

Das Chorgestühl wurde zwischen 1300 und 1370 angefertigt und diente den Chormönchen bei ihren täglich sieben Gebetszeiten.

Bad Doberan, Münster, Chorgestühl
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Chorgestühl
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die geschnitzten Holzpanele der Wangen stellen eine Verkündigung, Mönche, reale Tiere, Fabelwesen und Pflanzen dar.

[5b] Die Kanzel

Die Kanzel im Hauptschiff der Kirche wurde 1868 von Tobias Weiß aus München in das mittelalterliche Chorgestühl eingegliedert.

Bad Doberan, Münster, Kanzel
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Kanzel
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[6] Der Lettner-Kreuzaltar (Marienseite)

Der doppelseitige Kreuzaltar trennte den Mönchschor im Osten vom Laienchor im Westen. Er entstand um 1370/80. Das zugehörige, 15 Meter hohe monumentale Kreuz aus Eiche ist als Lebensbaum gestaltet und wird der Werkstatt Meister Bertrams zugeschrieben.

Bad Doberan, Münster, Kreuzaltar
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Lettner-Kreuzaltar (Marienseite)
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Marienseite war den Klosterbrüdern zugewandt.

[8a] Der Lettner-Kreuzaltar (Christusseite)

Die Christusseite des Lebensbaums mit der übergroßen Figur des Gekreuzigten war den Laien zugewandt. Deshalb wird der Altar auch Laienaltar genannt.

Bad Doberan, Münster, Lettner-Kreuzaltar
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Lettner-Kreuzaltar (Christusseite)
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die Darstellung Christi im lebensspendenden und über Satan triumphierenden Baum ist eines der wichtigsten Symbole christlicher Gläubigkeit. Das todbringende Kreuz ist nicht mehr Marterwerkzeug, sondern Symbol des ewigen Lebens.

[8b] Der Taufstein

Der kelchförmig gestaltete romanische Taufstein aus dem 13. Jahrhundert ist aus Kalkstein von der Insel Gotland gefertigt. Ursprünglich befand er sich in der im Zweiten Weltkrieg teilzerstörten und in der DDR 1960 gesprengten Marienkirche in Wismar.

Bad Doberan, Münster, Taufstein
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Taufstein
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[9] Das Fürstengestühl

Das Fürstengestühl oder Gestühl der Herzöge stammt aus dem 19. Jahrhundert und besteht teilweise aus Resten mittelalterlichen Gestühls. Es stand für die herzogliche Familie zwischen den südlichen Reihen des Mönchs- und Konversengestühls, schräg gegenüber der Kanzel.

Bad Doberan, Münster, Fürstengestühl
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Fürstengestühl
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[10] Die ehemalige Astronomische Uhr

Das Ziffernblatt der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Astronomischen Uhr hängt über dem Westeingang. Sie wurde um 1390 von Nicolaus Lilienfeld nach dem geozentrischen Weltbild, wohl mit Kalendarium, gefertigt.

Bad Doberan, Münster, Astronomische Uhr
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Astronomische Uhr
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

In den vier Ecken sind berühmte Philosophen und Astronomen der Antike und des Mittelalters dargestellt.

[11] Granitsarkophag von Friedrich Franz I.

Der Granitsarkophag des Großherzogs Friedrich Franz I. (1756-1837) von Mecklenburg wurde 1843 vor dem Hochaltar aufgestellt, 1976 an den jetzigen Standort im Westteil der Kirche verbracht.

Bad Doberan, Münster, Granitsarkophag
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Granitsarkophag des Großherzogs Friedrich Franz I.
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Friedrich Franz war der erste Großherzog des Landes und gründete 1793 das erste deutsche Seebad in Heiligendamm. Er machte Doberan zur Sommerresidenz der mecklenburgischen Herzöge und verhalf dem seit der Klosterauflösung unbedeutenden Ort damit zum Aufschwung.

[13a] Die Bülowkapelle

Die Familie von Bülow stellte im 14. Jahrhundert die Bischöfe des Bistums Schwerin. Die Bemalung des Raumes stammt von 1873. Sie zeigt unter anderem die Bischöfe, weitere Familienmitglieder und an der Ostwand den Gekreuzigten mit Johannes und Maria sowie die beiden Heiligen Thomas von Canterbury und Ritter Olav.

Bad Doberan, Münster, Bülowkapelle
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Bülowkapelle, Deckenmalerei
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[13b] Die Orgel

Die Schuke-Orgel von 1980 befindet sich über der Kapelle der Familie von Bülow. Sie umfasst 3220 Pfeifen, 44 Register und drei Manuale.

Bad Doberan, Münster, Schuke-Orgel
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Schuke-Orgel
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[14] Pribislavkapelle und Lübecker Kreuz

Die Pribislavkapelle war Begräbnisstätte und Kapelle des mecklenburgischen Fürstenhauses seit 1302, benannt nach Fürst Pribislav, dem Gründer des Klosters.

Bad Doberan, Münster, Pribislavkapelle, Lübecker Kreuz
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Pribislavkapelle und Lübecker Kreuz
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

An der Ostwand der Pribislavkapelle steht ein spätgotisches Kruzifix aus der Zeit um 1480 aus Lübeck.

[15] Der Mühlenaltar

Der Mühlenaltar entstand um 1410/20 als eine der ersten Darstellungen dieser Art. Gestiftet wurde er vermutlich von Albrecht III. von Mecklenburg und seiner zweiten Frau Agnes.

Bad Doberan, Münster, Mühlenaltar
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Mühlenaltar
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[16] Die Grabanlage des Grafen Samuel von Behr

Samuel von Behr (1575-1621) war Kanzler, Marschall, Minister, Hofmeister und Erzieher unter Herzog Adolf Friedrich. Er ist lebensgroß im Prunkharnisch auf dem Pferd sitzend dargestellt. Über dem Reiterstandbild auf einem Sandsteinsarkophag befindet sich ein Baldachin.

Bad Doberan, Münster, Samuel von Behr
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Grabanlage des Grafen Samuel von Behr
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Errichtet wurde das Grabmal ab 1622 durch den Leipziger Baumeister Franz Julius Döteber und seinem Gehilfen Daniel Werner, der Baldachin 1626 vom Niederländer Gerhart Evert Pilooth.

[17] Grabtumba der Königin Margarethe

Die hölzerne Tumba entstand um 1285 mit der Figur der 1282 in Rostock verstorbenen Königin Margarethe von Dänemark, die in Doberan beigesetzt wurde. Die aus Eichenholz geschnitzte frühgotische Grabfigur der Königin gilt als die älteste Grabfigur in Mecklenburg-Vorpommern und ist die älteste Frauengrabfigur aller Zisterzienserklosterkirchen europaweit.

Bad Doberan, Münster, Königin Margarethe
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Grabtumba der Königin Margarethe
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[18] Grabmal von Herzog Adolf Friedrich I.

Das prächtige Grabmonument von Herzog Adolf Friedrich I. (1588-1658) und seiner ersten Gemahlin Anna Maria von Ostfriesland (†1634) stammt aus 1634. Es wurde von Franz Julius Döteber aus Leipzig und Daniel Werner aus Dresden im Übergangsstil von der Renaissance zum Barock nach italienischem Vorbild erbaut.

Bad Doberan, Münster, Adolf Friedrich I.

Die prächtig gekleideten Figuren der Verstorbenen stehen in der Loggia des reich verzierten barocken Kapellenbaus. Eine Treppe führt zum vorgelagerten Prunkportal. Herzog Adolf Friedrich I. wurde erst erst nach dem Tod seines Sohnes 1692 von seinem Enkel ins Münster überführt und beigesetzt.

[19] Das Oktogon

Das Oktogon, die achteckige Begräbniskapelle für 13 mecklenburgische Herzöge, wurde um das Jahr 1420 errichtet oder umgebaut. Die Bedeutung dieser herzoglichen Grablege zeigt sich bereits an der exponierten Lage hinter dem Hochaltar. Die achteckig angelegte Grabstätte wurde in Anlehnung an das heilige Grab von Jerusalem errichtet.

Bad Doberan, Münster, Oktogon
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Oktogon
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[20] Grabtumba von König Herzog Albrecht III.

Die Grabtumba ist ein wichtiges Beispiel gotischer Grabkunst. Albrecht III. (1338-1412), König von Schweden und Herzog zu Mecklenburg, und seine erste Frau Richardis von Schwerin (1352-1377), wurden im Oktogon hinter dem Hochaltar beigesetzt. Die Fürstinnen-Plastik ist im Stil der Gotik gestaltet. Beachtenswert ist der gotische Faltenwurf des Gewandes der Richardis.

Bad Doberan, Münster, Albrecht III.
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Grabtumba König Herzog Albrecht III. und Frau Richardis
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Die beiden liegenden Figuren unter dem Maßwerkbaldachin weisen porträthafte Züge auf, der tumbaartige Unterbau entstand erst 1895.

[21] Die Memorialstatue von Herzog Magnus II.

Die Memorialstatue von Magnus II. (1441-1503), Herzog von Mecklenburg, gilt als vollendete Form eines Epitaphs. Er trägt in der rechten Hand einen Dolch und um den Kopf eine Totenbinde.

Bad Doberan, Münster, Herzog Magnus II.
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Memorialstatue von Herzog Magnus II.
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

[22] Grabmal von Herzog Johann Albrecht II.

Das Grabmal von Herzog Johann Albrecht (1857-1920), Herzogregent von Mecklenburg, und seiner Frau Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach (1854-1908) wurde um 1910 von Baurat Winter aus Braunschweig gefertigt.

Bad Doberan, Münster, Johann Albrecht II.
Bad Doberan, Münster, Juni 2013
Grabmal von Herzog Johann Albrecht II.
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)

Es besteht aus einem Sockel aus graublauem, norwegischen Labrador, überdacht von einem Ziborium aus Veroneser Marmor, versehen mit einem Glasmosaik.

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