Flagge Island
Republik Island, Wappen

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16.05.-21.05.2013: BilderReise in die Emilia-Romagna

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Island Chronik: Zeittafel

bis 1299

4. Jh. v. Chr.

Der griechische Eroberer Pytheas weiß von einer Insel zu berichten, die er Ultima Thúle nennt.

6./7. Jh. n. Chr.

Irische Mönche gründen kleine Siedlungen auf Thúle.

Mitte 9. Jh.

Ein unbarmherziger Winter macht die Siedlungspläne des Norwegers Hrafna-Flöki in den westlichen Fjorden zunichte. Er nennt das Land Island (Eisland).

874

Ingólfur Árnarson
Ingólfur Árnarson am Arnarhóll, Standbild von Einar Jónsson
Reykjavík, Juli 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Ingólfur Árnarson und sein Bruder Hjörleifur Hróðmar­sson lassen sich an der Süd- bzw. Südwestküste Islands nieder.
Der Sage nach warf er seine Hochsitz-Pfosten über Bord und schwor, sich dort niederzulassen, wo diese an Land gespült würden. Die Bucht, in der sie gefunden wurden, nannte Árnarson wegen der aufsteigenden Dampfsäulen „Rauchbucht” (Reykjavík). Dort errichtete er seinen Hof.

930

Bis 930 entstehen norwegische Wikingersiedlungen mit einer Bevölkerung von etwa 25.000 Menschen. Gründung des Alþing (Althing), einer frühen parlamentarischen Zentralregierung.

um 982

Erik der Rote (Eirík Rauður) entdeckt Grönland und überredet zahlreiche Isländer, ihm zu folgen.

984

Þorvaldur Koðránsson „der Weitgereiste” beginnt die Christianisierung - oft mit gewaltsamen Mitteln. Die Missionierung wird unter dem vom norwegischen König Olaf Tryggvason (968-999) entsandten Kaplan Þangbrand fortgesetzt.

1000

Das Christentum wird beim Alþing als offizielle Religion Islands anerkannt.

um 1001

Leifur Eiríksson (Leif Eriksson) macht sich auf die Suche nach einem bewaldeten Land westlich von Grönland und kommt dabei in Nordamerika an drei Landschaften vorbei: helluland (Steinland), markland (Waldland) und vínland (Wiesen- und Weideland). Historisch lässt sich in Neufundland bei L'Anse aux Meadows eine wikingsche Siedlung nachweisen. Vor dieser Reise hält er sich bei König Olav in Norwegen auf.

1056

Ísleifur Gíssurasson (1006-1080) wird vom Bremer Erzbischof zum ersten isländischen Bischof geweiht. Sein Hof Skáholt wird damit zum Bischofssitz.

1106

Hólar wird der zweite isländische Bischofssitz

1163

Im „Sommer des Steinewerfens” kommt es zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Wikingergruppen.

1179

Snorri Sturluson
Snorri Sturluson (1179-1241)
Statue von Gustav Vigeland, 1947
Reykholt, Juli 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Snorri Sturluson wird geboren. Er war zweifellos der berühmteste Isländer des Mittelalters, wenn nicht gar der berühmteste Isländer der Geschichte. Schon die Umstände seines Todes hätten ihn zu einem historisch-politi­schen Mythos im Kampf gegen Norwegen um die Unabhängigkeit Islands gemacht. Dazu kommt sein umfangreiches literarisches Werk, das für die Mythologie und Religions­geschichte der nordischen Welt mindestens ebenso bedeutsam ist. Sein Leben und Wirken ist in der Íslendinga saga von Sturla Þórðarson (1214-1281), einem Neffen Snorris, beschrieben.

1230-1264

Die Sturlungen-Ära ist geprägt von Fehdekriegen und Zerwürfnissen (LeseTipp)

1241

Ermordung von Snorri Sturluson im Auftrag des norwegischen Königs Håkon Håkonarson (1204-1263).

1262

Nach einem Beschluss des Alþing unterwirft sich Island der norwegischen Krone. Dies erlaubt König Håkon Håkonarson, auf der Insel Steuern einzutreiben.

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1300-1899

1380

Mit dem Tod des norwegischen Königs Håkon VI., der keinen männlichen Nachfolger hat, fallen Schweden und Norwegen - und damit auch Island - an seine Gattin Margarethe I. (1353-1412), die dänische Regentin.

1389

Die 1.491 m hohe Hekla, die „Verhüllte”,
von der Straße Nr. 26, Juli 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Verheerender Ausbruch der Hekla; in der Folgezeit Pest und schwere Epidemien.

1397

Durch die Krönung von Erich von Pommern (ca. 1382-1459) als König von Dänemark, Norwegen und Schweden in Kalmar entsteht die Kalmarer Union (1397-1523). Die Herrschaft über Island geht auf Dänemark über, das am Handelsverbot für Island festhält.

1469

England verstrickt sich wegen des illegalen Islandhandels in einen Krieg mit Dänemark.

1541

Zur Durchsetzung der von Dänemark angeordneten Reformation, der das Alþing zustimmen soll, werden zwei dänische Kriegsschiffe entsandt. Der lutherische Bischof Ögmund widersetzt sich und stirbt auf dem Seeweg nach Dänemark.

1548

Der katholische Bischof Jón Arason (1484-1550) von Hólar weigert sich, auf Befehl des Königs nach Kopenhagen zu reisen, und ruft zu einer Rebellion gegen die Protestanten auf. Er wird mit zwei Söhnen 1550 hingerichtet.

1621

Dänemark verbietet den Isländern den Fischfang mit größeren Booten.

1627

3000 maurische Piraten landen auf den Westmänner-Inseln, das sie zu ihrem Stützpunkt machen. Sie töten viele Einwohner und verschleppen 242 Isländer in die Sklaverei. (Lesetipp)

1662

Dänemark verfügt die Aufteilung Islands in vier Wirtschaftsdistrikte, die keinen Handel untereinander, sondern nur direkt mit Dänemark treiben dürfen.

1703

Die weltweit erste Volkszählung zeigt, daß die Bevölkerung Islands von 80.000 auf 35.000 Menschen gesunken ist.

1783

Der katastrophale Ausbruch des Vulkans Laki in Südisland zerstört Dörfer, Vieh und über Jahre hinweg die Erwerbsmöglichkeiten aus der Fischerei. Ein Fünftel der Bevölkerung stirbt. Über Europa hängt der sogenannte „Große Nebel”, der drei Jahre lang die Ernte verdirbt. Die nachfolgende Pockenepedemie führt beinahe zu einer Auslöschung der isländischen Bevölkerung. Die dänische Kolonialmacht überlegte, Island aufzugeben und die Bevölkerung nach Jütland zu evakuieren.

1800

Auf Befehl des dänischen Königs Christian VII. wird das Alþing abgeschafft.

1809

Jorgen Jorgensen (1780-1841), ein Däne im Dienst der britischen Marine, befreit Island und erklärt es für unabhängig. Die „Revolution” wird jedoch unterdrückt und ihr Anführer gefangen genommen.

1843

Jón Sigurðsson
Jón Sigurðsson (1811-1879)
Unter der Führung von Jón Sigurðsson (1811-1879) erreicht die Unabhängig­keits­bewegung, daß das Alþing wieder eingesetzt wird.

1854

Ende des dänischen Handelsmonopols.

1874

Christian IX.
Der dänischen Königs Christian IX. bringt Island die Verfassung
Reykjavík, Juli 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Besiedlung erhält Island von König Christian IX. (1818-1906) eine Verfassung. Dänemark erteilt dem Alþing Autonomie in den inneren Angelegenheiten Islands, behält sich jedoch ein Vetorecht vor. Die Verfassung gilt, weitgehend unverändert, bis heute.

1881-1895

Benedikt Sveinsson, ein Streiter für die Unabhängigkeit, bringt über einen Zeitraum von 15 Jahren alljährlich auf dem Alþing einen Antrag auf echte Selbstverwaltung ein. Mit der Ausnahme von zwei Jahren verhindert das königliche Veto eine dauerhafte Annahme.

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1900-1999

1901

Dänemark legt die die Hoheitszone um Island auf drei Seemeilen fest.

1904

Island erhält die Selbstverwaltung und wird ein autonomer Landesteil Dänemarks.

1909

Einführung der Prohibition.

1911

Gründung der Universität von Reykjavík.

1918

Unionsvertrag mit Dänemark. Island wird ein souveräner Staat mit eigener Flagge. Der dänische König bleibt Staatsoberhaupt.

1940

Dänemark wird von Hitlers Truppen besetzt, daraufhin besetzen die Briten am 10. Mai aus Furcht vor einer weiteren Expansion Island.

1941

Amerikanische Truppen lösen die Briten ab.

1944

17. Juni: Island wird Republik, nachdem sich in einer Volksabstimmung 95% der Isländer für die Beendigung der Union mit Dänemark und die neue Verfassung entscheiden.

1949

Island ist Gründungsmitglied der NATO.

1951

Die USA errichten einen Luftstützpunkt für ihre Marine in Keflavik.

1952-1976

Vier „Kabeljaukriege” (1952, 1958, 1972, 1975) mit Großbritannien über Fischereirechte aufgrund der Ausdehnung der Fischereizone auf 4, 12, 50 und schließlich 200 Seemeilen.

1955

Halldór Laxness (1902-1998) erhält den Nobelpreis für Literatur.

1963

Surtsey
Enstehung der Insel Surtsey
Südwestlich der Westmänner-Inseln taucht die vulkanisch unter Wasser entstandene 2,5 km² große Insel Surtsey aus dem Meer auf.

1966

Einführung des Fernsehens, bis 1986 ist aus finanziellen Gründen der Donnerstag fernsehfrei.

1973

Ein Vulkanausbruch auf der Westmänner-Insel Heimaey droht diese zu zerstören. Die Bevölkerung kann evakuiert werden.

1974

Vollendung der Ringstraße (Straße Nr. 1).

1980

Vigdis Finnbogadóttir
Staatspräsidentin Vigdis Finnbogadóttir
Foto © Office of the President of Iceland 2006
Vigdis Finnbogadóttir wird als erste demokratisch gewählte Frau Europas Staatspräsidentin von Island. Dreimal wiedergewählt ist sie bis 1996 im Amt.

1986

Ronald Reagan und Michail Gorbatschow vor dem Gästehaus „Höfdi” in Reykjavik
Deutsches Bundesarchiv, Bild 183-1986-1012-009 / CC-BY-SA (cc)
Das Gipfeltreffen von Ronald Reagan und Michail Gorbatschow in Reykjavik leitet das Ende des Kalten Krieges ein.

1989

Endgültige Aufhebung der Prohibition von 1909, Bier mit normalem Alkoholgehalt wird freigegeben.

1992

Island verlässt die Internationale Walfang-Kommission (IWC), nachdem der Antrag auf eine Fangquote zurückgewiesen wurde. Das Land stellt den Walfang ein, erklärt aber nicht die endgültige Abkehr vom Walfang.

1994

Island tritt dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bei.

1996

Informationstafel am Skeiðará,
Juli 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Ólafur R. Grímsson wird Staats­präsident.
Die vulkanische Aktivität unter dem Gletscher Vatnajökull lässt über 3 Kubikkilometer Eis tauen. Das über den Rand der Caldera fließende Schmelz­wasser (Gletscherlauf) zerstört u. a. die Brücke über den Skeiðará und Teile der Ringstraße an der Südküste.

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ab 2000

2000

Leifur Eriksson entdeckte um 1000 Amerika
Statue von Stirling Calder vor der Hallgrimskirche, Reykjavík, Juli 2011
Foto © Walter Reinthaler/www.bilderreisen.at (cc)
Island feiert 1000 Jahre Christentum und die Entdeckung Nordamerikas durch Leifur Eriksson. Reykjavik ist zusammen mit acht weiteren Städten europäische Kulturstadt. Ausbruch der Hekla; Erdbeben im Süden. Ólafur R. Grímsson tritt die zweite Amtsperiode als Staatspräsident an.

2001

Island kehrt in die Internationale Walfang-Kommission zurück und tritt, gleichzeitig mit Norwegen, dem Schengen-Abkommen bei.

2003

Mai: Die konservative Koalitionsregierung von David Oddson gewinnt die Parlamentswahlen.
August: Island nimmt trotz nationaler und internationaler Proteste den Walfang wieder auf.

2004

Wiederwahl von Ólafur R. Grímsson als Staatspräsident.
Erste Testbohrungen für das Iceland Deep Drilling Project (IDDP) zur Förderung extrem heißen Wasserdampfs für die Energiegewinnung erreichen auf der Halbinsel Reykjanes eine Tiefe von 3082 m.

2005

Die Regierung bestätigt das Vorhaben, eine ölfreie Wirtschaft zu schaffen und bis 2050 das gesamte Transportsystem auf Wasserstoff als Treibstoff umzustellen.

2006

Trotz aller Proteste von Naturschützern wird am Nordostrand des Vatnajökull ein neuer großer See für das Wasserkraftwerk Kárahnjúkar aufgestaut. Es liefert Elektrizität für das 2007 eingeweihte Aluminiumwerk in Reyðarfjörður bei Egilsstaðir.
September: Am 30.d.M. verlassen die letzten US-Soldaten das Land, nachdem die USA das Stationierungsabkommen aufgekündigt hatte.

2008

Juli: Der 12.000 km2 große Vatnajökull-Nationalpark wird gegründet.
September: Mit Ende des Monats müssen die Großbanken des Landes angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise verstaatlicht werden.
Oktober: Am 6.d.M. räumt die Regierung den finanziellen Zusammenbruch des Landes ein. Der Internationale Währungsfond gewährt Island einen Kredit in Höhe von 2,1 Milliarden US-$.

2009

Jóhanna Sigurðardóttir
Jóhanna Sigurðardóttir
Foto © Bragi Thor Josefsson
Januar: Tausende protestieren in Reykjavik täglich gegen den Umgang der Regierung Haarde mit der Wirtschaftskrise. Am 23. Januar tritt Ministerpräsident Geir Haarde zurück.
Februar: Die Sozialdemokratin Johanna Sigurðardóttir wird Übergangs-Premierministerin einer Minderheitsregierung.
April: Bei der vorgezogenen Neuwahl erzielen die Sozial­demokraten knapp 30 % der Stimmen und die Linksgrünen knapp 22 %, die Parteien können ihre Regierungskoalition fortsetzen. Johanna Sigurðar­dóttir bleibt Regierungschefin.
Juli: Island beantragt in Brüssel die Aufnahme in die EU.

2010

Eyjafjallajökull
Ausbruch des Eyjafjallajökull,
17. April 2010
Foto © Árni Friðriksson (cc)
März-Mai: Der Ausbruch des Eyjafjallajökull im März und April legt den europäischen Flugverkehr teilweise bis in den Mai lahm. Die isländischen Wirtschaft beziffert den entstandenen Schaden mit 2,5-3,7 Mio Euro. Vor allem betroffen sind die Bauern.
Juli: Island wird EU-Beitritts­kandidat.

2011

Mai: Ausbruch des Grímsvötn mit nur geringen Folgen.
Juni: Island gibt sich eine neue Verfassung. Unter breiter Bürgerbeteiligung soll die Verfassung von 1944 ersetzt werden.
Juli: Nach einer Eruption des Katla zerstört ein Gletscherlauf am Mýrdalsjökull eine Brücke, die Ringstraße ist im Süden für rund zwei Wochen blockiert.



September: Der ehemalige konservative Regierungschef Islands, Geir Haarde, muß sich vor einem Sondergericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, lange vor dem Ausbruch der Finanzkrise alle Warnungen ignoriert und so den Zusammenbruch des gesamten isländischen Bankensystems und den folgenden Beinahe-Kollaps des Inselstaats mitverantwortet zu haben. Der von vielen als der eigentliche Hauptschuldige angesehene ehemalige Regierungschef David Oddsson, der erst den Bankensektor privatisierte und ihn später als Zentralbankchef beaufsichtigte, wird nicht zur Verantwortung gezogen.
Oktober: In dem von der Bertelsmann-Stiftung vorgelegten Gerechtigkeits-Index belegt Island mit 8,54 Punkten unter 31 Industrie­nationen den ersten Platz vor Schweden (8,41), Dänemark (8,36), Norwegen (8,05) und Finnland (7,94). Österreich (7,24) liegt auf Platz 9, Deutschland (6,89) auf Platz 15 und die Schweiz (7,33) auf Platz 7. Die USA (5,56) belegen den 25. Platz, Schlußlicht ist die Türkei (3,85).
Dezember: Als erstes westliches Land anerkennt Island Palästina offiziell als unabhängigen Staat und nimmt diplomatische Beziehungen auf.

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2012

Januar: Um die Chancen des EU-Beitritts zu verbessern, hat die isländische Premierministerin Johanna Sigurðardóttir die Regierung umgebildet und um zwei Posten auf acht reduziert. Ausscheiden musste der EU-kritische Linksgrüne Agrar- und Fischereiminister Jon Bjarnason. Die Sozialdemokratin Oddný G. Harðardóttir wird neue Finanzministerin und ersetzt in dieser Funktion Steingrímur J. Sigfússon, der zukünftig die Wirtschafts-, Fischerei- und Landwirtschaftsagenden wahrnimmt.
März: Die isländische Regierung überlegt, die schwache und gefährdete isländische Krone durch den kanadischen Dollar zu ersetzen. Damit wäre eine Alternative zum unbeliebten EU-Beitritt und dem EURO vorhanden.
April: Islands früherer Regierungschef Geir Haarde, angeklagt für seine Entscheidungen während des Kollaps des isländischen Bankensystems im Jahr 2008, muß nicht ins Gefängnis. Das Sondergericht Landsdómur, das ausschließlich für Prozesse gegen frühere oder amtierende Regierungsmitglieder zuständig ist, sprach ihn nur in einem von vier Anklagepunkten schuldig: er habe es verabsäumt, die Regierung ausreichend über den Zusammenbruch zu informieren.
Mai: Die dänische Verfassung von 1864, die bei der Unabhängigkeit 1944 im Wesentlichen unverändert übernommen worden ist, soll endlich durch eine moderne Verfassung ersetzt werden. Für den Entwurf der Verfassung wählte das Land einen Verfassungsrat aus der Mitte seiner Bürger, so daß weltweit erstmalig die Bürger und nicht die Politiker die Verfassung schreiben - und die Bürger nur darüber abstimmen dürfen.

Juni: Bei den Präsidentschaftswahlen vom 30. Juni gewann der 69-jährige amtierende Präsident Olafur Ragnar Grimsson mit rund 53% der abgegebenen Stimmen.
Olafur Ragnar Grimsson
Olafur Ragnar Grimsson, Islands fünfter Präsident
Foto © Páll Kjartansson
Grimsson, der 1996 als Vertreter der Linken gewählt wurde, gilt heute als Kandidat der bürgerlichen Oppositionsparteien. Im Wahlkampf sprach er sich gegen den EU-Beitritt Islands aus. Ursprünglich wollte er nicht für eine fünfte Amtsperiode kandidieren, ließ sich aber durch eine Petition umstimmen. Seine Herausforderin, die 37-jährige Fernseh­journalistin Þóra Arnórsdóttir, erreichte 33%. Die weiteren Kandidaten waren Ari Trausti Guðmundsson (8,64%), Herdís Þorgeirsdóttir (2,63%), Andrea J. Ólafsdóttir (1,8%) und Hannes Bjarnason (0,98%). Die Wahlbeteiligung lag bei 69,2%.

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