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Alles im Fluss, Hamburg
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Ausstellung: Alles im Fluss - Ein Panorama der Elbe, Hamburg

Flagge Deutschland

Alles im Fluss, Hamburg

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Alles im Fluss - Ein Panorama der Elbe
Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte
Museumstraße 23, D-22765 Hamburg, Tel. +49 (0)40 428 135-3582
26. Mai 2010 bis 19. Januar 2014 (verlängert!) | Di-So 10-17 Uhr

Webseite Ausstellung
Webseite Museum
Themenkontext: Hamburg, Elbe

Die Ausstellung dokumentiert die bedeutende Rolle der Schifffahrt für die Geschichte Altonas und den sich wandelnden Blick auf das Elbufer.

Die Ausstellung „ALLES IM FLUSS. Ein Panorama der Elbe” thematisiert am Beispiel des Elbabschnitts zwischen Altona und Schulau die kunst- und kulturgeschichtliche sowie die wirtschafts- und naturhistorische Entwicklung dieser Region in den vergangenen 250 Jahren. Die Ausstellung wirft anhand des umfangreichen Sammlungsbestands des Altonaer Museums und zahlreicher Leihgaben einen multiperspektivischen Blick auf den Fluss und sein Verhältnis zur Region Altona.

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Johann J. Faber, Blick über die Elbe oberhalb von Neumühlen, um 1840, Öl auf Leinwand
© Altonaer Museum

Die Geschichte Altonas, seine vielfältige Kultur und seine besondere Rolle in Nachbarschaft zur Hansestadt Hamburg sind ohne die Einbeziehung der Elbe nicht zu verstehen. Das Leben am Fluss unterscheidet sich grundsätzlich vom Leben auf dem Land. Die unaufhaltsam strömende Elbe mit allem, was sie enthält, was sie bringt und fortschafft, ist untrennbar mit den Lebens- und Arbeitsgewohnheiten in Altona verbunden. Sie bringt Neues, Anderes, Fremdes, Erwünschtes und Unerwünschtes, das vor Ort angeeignet und verwertet werden muss und so das lokale Gefüge immer wieder verändert - ob es sich um Waren, um Menschen, um neue Technologien oder kulturelle Gepflogenheiten handelt. Diesem steten Wandel ist allerdings auch der Fluss selbst unterworfen. So wenig wie das, was die Elbe herbeiführt, in jeder Hinsicht vorhersehbar ist, so ist es auch der Fluss selbst: im Gegensatz zum Land ist er permanent in Bewegung auf das Meer hin, er fließt, er verändert seinen Pegelstand und ist von der Tide geprägt. Der Fluss folgt anderen Gesetzen als das Land. Und so, wie das Land immer daran interessiert ist, seine Regeln und Gesetze so weit wie möglich in den Fluss hineinzuverlagern, wie es sich z.B. in Schiffen oder Bojen manifestiert, so „kratzt” auch der Fluss stetig und ständig am Ufer und damit am Land.

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Alles im Fluss
Foto © Ulrike Pfeiffer

Dieses dynamische Wechselverhältnis zeigt sich exemplarisch in den Bildern der Elblandschaften. Sie erzählen auf ihre Weise die Geschichte des Lebens mit dem Fluss über drei Jahrhunderte hinweg und zeigen, wie sich die kulturelle Wahrnehmung von Fluss und Land in ihrer dialogischen und dialektischen Beziehung gewandelt hat. Die Bilder loten aus verschiedenen Blickwinkeln das Verhältnis von lokalem Raum und imaginärer oder symbolischer Ferne immer wieder neu aus. Die Schiffe und die Schifffahrt als wichtigstes Bindeglied zwischen Wasser und Land erweisen sich als das zentrale „Medium”, entlang dem sich die gemeinsame Entwicklung von Stadt und Fluss beobachten lässt.Top

Raum 1: AUF DEM FLUSS

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Alles im Fluss
Foto © Ulrike Pfeiffer

Der erste Ausstellungsbereich thematisiert das Geschehen auf der Elbe, dessen Geschichte im Wesentlichen durch den Verkehr von Schiffen verschiedenster Art geprägt ist. Die Schiffe sind das zentrale Bindeglied zwischen Stadt und Fluss, sie sorgen für den Transport von Waren und lieferten Altona somit seit Jahrhunderten die Basis für Handel und Wandel. Andererseits transportierten sie gleichzeitig Unberechenbares - Krankheiten, exotische Güter und fremde Sitten - so dass nichts, was die Schiffe brachten, ohne Folgen für den Ort blieb. Diese für die Entwicklung Altonas entscheidende Ambivalenz wird in sieben thematisch gestalteten Containern aufgezeigt. So präsentieren die Themen-bereiche „Kolonialwaren” und „Sammelgüter und Preziosen” zahlreiche Objekte und Produkte, die aus Asien, England und Übersee nach Altona gelangten, der Container „Fracht” beschäftigt sich mit den Aufgaben und Problemen des Zolls im Containerhafen. Unter den Rubriken „Krankheiten und Unglück” bzw. „Sitten” setzt sich dieser Ausstellungsteil mit der von Mythen geprägten Lebenswelt des Seemanns an Bord und an Land auseinander. Fotografien von Matrosen und eine Musikbox mit Seemannsliedern erzeugen eine Atmosphäre wie in der legendären Haifisch-Bar. Ergänzt werden diese Themencontainer durch eine Parade von 29 Schiffsmodellen, die exemplarisch die Entwicklung vom Segelschiff über das Dampfschiff bis zum Containerschiff dokumentieren.Top

Raum 2: AM FLUSS

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Alles im Fluss
Foto © Ulrike Pfeiffer

Die Elblandschaft um Altona ist schon früh ein Lieblingsthema der Malerei. Weite, Ausblick und Fernweh - kaum ein Künstler, den diese Motive nicht fasziniert hätten. Im Mittelpunkt der Darstellungen steht dabei immer die Komposition aus Land, Wasser und Ufer. Ob beim idyllisch-romantischen Blick über die Landschaft, beim Festhalten des Strand- und Badelebens oder bei der fast dokumentarischen Wiedergabe der sich entwickelnden Industrie - stets bildet das Ufer eine geografische und zugleich imaginäre Grenze zwischen dem Land und dem Wasser mit seinen Schiffen und verbindet auf diese Weise das Eigene mit dem Unbekannten.
Die Bildersammlung zur Elblandschaft steht in ihrer topografischen Dimension im Mittelpunkt dieses Ausstellungsteils. Eine Projektion, in der verschiedene historische und zeitgenössische Ansichten auf den Köhlbrand aus den letzten 250 Jahren ineinander übergeblendet werden, eröffnet diesen Themenbereich, im dem es in erster Linie um die Veränderungen der Elblandschaft und der Reflexion dieser Veränderungen im Kontext der Kunstgeschichte und der Architektur geht.
Auf der kunsthistorischen Ebene ist es der auf den Bildern festgehaltene Blick auf die Landschaft, der vieles über das kulturelle und politische Bewusstsein der jeweiligen Zeit verrät. Dominierte bis ins ausgehende 18. Jahrhundert auf den Bildern der Elblandschaft der Blick vom Wasser auf die Stadt, verändert sich ab 1780 die Perspektive und der Blick vom Ufer aus über die weitläufige Flusslandschaft Altonas und seiner Umgebung wird zum exemplarischen Sujet. Die Auftraggeber der neuen Darstellungen waren vor allem Hamburger Kaufleute und Reeder, die sich zu dieser Zeit auf ihren Landsitzen zwischen Altona und Blankenese ansiedelten. Die Rolle des Reeders für das Selbstverständnis Altonas bildet deshalb einen weiteren Schwerpunkt dieses Ausstellungsraumes.
Im Bereich der Architektur konzentriert sich dieser Ausstellungsteil auf das Altonaer Elbufer als beliebten Standort für repräsentative Bauwerke. Die Ausstellung dokumentiert anhand von Zeichnungen, Fotografien, Plänen und einem Modell die baugeschichtliche Entwicklung an der Elbe von der klassizistischen Landhausarchitektur über die Pläne der Nationalsozialisten, die Uferbebauung zu Propagandazwecken zu benutzen, bis hin zu den postmodernen Hochhäusern (z.B. Dockland) der letzten Jahre. Über die Ebenen der Kunstgeschichte und der Architektur wird neben der Geschichte der Wahrnehmung von Landschaft und Uferbebauung zugleich die Entstehung der Industrie und des Freizeit-, Strand- und Badelebens dokumentiert.

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Begleitpublikation/Ausstellungskatalog

ALLES IM FLUSS - Ein Panorama der Elbe (vergriffen)
84 Seiten, zahlr. (z.T. farb.) Abb., 2006

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